Montag, 20. Februar 2017

[Rezension] Rebecca Wild - 1001 Kuss, Djinnrache

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: 1001 Kuss, Band 2
Seiten: 252
Kauf: Kindle

Inhalt

Seitdem die Piratentochter Rani Jaal aus seinem magischen Gefängnis befreit hat, weicht der Djinn mit den goldenen Augen nicht mehr von ihrer Seite. Gemeinsam durchstreifen sie die Meere und Rani genießt die besondere Nähe und Vertrautheit zwischen ihnen. Gefühle, die ihr vor einigen Monaten noch undenkbar schienen, schließlich hat sie schon früh gelernt, dass die Djinn ein gefährliches Volk sind – und ein grausames! Während Rani sich in Sicherheit wiegt, fürchtet Jaal insgeheim die Rache seiner Brüder und Schwestern, denn nie könnten die Djinn eine Liebe zwischen einem der ihren und einem einfachen Menschenmädchen dulden...


Meine Meinung

Geschichte

Die Autorin hat sich mal wieder selbst übertroffen. Da ihre Bücher oft in sich abgeschlossen sind, hatte ich keine minimale Idee, was in einer Fortsetzung passieren könnte. Ich habe mich einfach gefreut, dass die Geschichte mit Rani und Jaal weitergeht, wo sie doch gerade erst begonnen hat. Doch was ich dann lesen durfte, hat mich von Anfang bis Ende fasziniert.
Die Geschichte lebt von ihrer Spannung. Gefühlt gab es keine Seite, au der nicht etwas geschehen ist. Natürlich liegt das auch an der Länge des Buches, doch hatte ich nie das Gefühl, durch das Buch zu hetzen. Gerade am Ende hatte ich Angst, dass das Finale gehetzt wirken würde. Trotz der Kürze wurden jedoch Hindernisse und Komplikationen geschickt eingebaut.
Auch die Liebesgeschichten in dem Buch haben mich fasziniert. Zum einen sind da natürlich Rani und Jaal, die hart um ihre Liebe kämpfen. Diese wirkt nicht schnulzig und wird geschickt in die Geschichte eingewebt. Seicht plätschert sie durch das Buch und zieht einen unmerkbar mit, ohne das ganze Buch einzunehmen.
Auch eine zweite Liebesgeschichte wird uns geboten und zwar ganz nach meinem Geschmack: Sie entwickelt sich langsam und ist keine überstürzte "Erster-Blick"-Liebe.

Charaktere

Rani, die Piratenbraut. Dickköpfig und doch überlegt, wird sie von den Männern auf dem Schiff mehr als nur akzeptiert. Sie gehört vollends zum Team - zu dem Säbelschwingenden. Ich liebe ihre überdachte Art. Einerseits hegt sie männliche Leidenschaften und hat männliche Charakterzüge, die sie nach außen ausstrahlt. Andererseits sind da ihre Gefühle zu dem Djinn und ihr Helfersyndrom, welche trotz allem ihre weibliche Seite zur Schau stellen.
Besonders Jaal fand ich diesmal gelungen. Man merkt sein mächtiges Djinnwesen in seinen beiden Formen, die er während des Buches erhält. Die Denkweise, die seiner Natur gerecht wird und sich trotzdem zwangsläufig ändert... Der Unterschied ist deutlich. Sehr gelungen!
Dann möchte ich noch Devra hervorheben. Ich habe sie geliebt. Ihr sturrsinniger Charakter und die Art, wie sie andren einfach auf der Nase herumtanzt, herrlich!
Hier wurden definitiv einzigartige Charaktere ganz nach meinem Geschmack erschaffen!

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist locker, leicht und abwechslungsreich. Man kann sich die Szenerie gut vorstellen. Fokussiert ist der Schreibstil wohl an den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten, da diese am intensivsten erscheinen und direkt ins Herz gehen.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus Ranis, Kazims und Devras Sicht in der dritten Person. Jedoch wird zwischendurch auch mal kurz aus anderen Sichten berichtet (zB.: Jaal).

Cover & Titel

Ich liebe das Cover in blau noch viel mehr, als das vorige. Erneut ist Rani zu sehen mit ihrem Piratenblick und dem Nasenpiercing, was definitiv zu ihr passt. Am Meisten ziehen mich die Verschnörkelungen an der Spitze des Covers in den Bann. Ich liebe sie. Das Cover beinhaltet jetzt keine speziellen Geheimnisse aus dem Buch, doch ist es wunderschön.
Auch der Titel "Djinnrache" passt perfekt, doch möchte ich hier nicht spoilern. Lasst euch überraschen!

Zitat

" >Du bist verzweifelt. Das ist noch viel schlimmer als Einfalt< "

- Position 2375

Fazit

Das Buch punktet durch eine Spannung, die einen von Seite 1 an nicht mehr loslässt. Die Charaktere wachsen einen ans Herz und die neuen Sichtweisen machen neugierig auf mehr. Eine Djinngeschichte verbunden mit Piraten hört man nicht alle Tage: Empfehlenswert!


Rezension, Band 1: Djinnfeuer
Andere Rezensionen zu der Autorin: Winteraugen, Sommerkälte

Freitag, 17. Februar 2017

[Rezension] Isabel Abedi - Tante Lisbeth und die Liebe

Verlag: Loewe
Reihe: Tante Lisbeth, Band 2
Seiten: 80
Kauf: Gebunden - Hörbuch-Download - Audio-CD

Inhalt

Lisbeth, die kleinste Tante der Welt, ist erst vier Jahre alt, aber sie weiß genau, was sie will: keine Schlechtenachtgeschichte zum Einschlafen – sondern eine gute, die mit Liebe anfängt. Und um die Liebe drehen sich auch die anderen Geschichten, die Lisbeths große Nichte Lola im zweiten Band erzählt. Wie aus Tante Lisbeth ein kleiner Onkel, eine junge Braut und schließlich eine stolze Zwillings-Mutter wurde, ist eine davon. Aber was wird aus der Liebe, wenn man sich mit dem kleinen Ehemann verkracht?




Meine Kurzmeinung

Wer die Lola-Bücher kennt, der weiß, dass die Autorin mit viel Liebe altersgerechte Bücher zaubern kann. Als ich jünger war, war Lola eine große Begleiterin und selbst als ich "hinausgewachsen" bin, wurde ich von magischen Kräften zur Kinderbuchabteilung geleitet, sobald ein neues Lola-Buch erschienen ist.
Nun handelt es sich also um Lolas Tante. Eine kleine Tante. Aber nicht auf den Kopf gefallen. Ich war gespannt, wie die Autorin die Perspektive einer vierjährigen umsetzen wird und es war einfach herzhaft zu lesen. Der Mischmasch aus Wissen und Halbwissen, den sie Kinder aneignen ist herrlich. Dinge, die sie falsch verstehen und die in ihrem Kopf trotzdem Sinn machen.
Tante Lisbeth ist schon sehr klug für ihr Alter, aber natürlich lernt sie nie aus. Isabel Abedi schafft einen tollen Mix aus Wissen und Lehre, der verbunden mit einer liebevollen Familie eine perfekte Welt schafft.

Das Buch ist unterteilt in mehrere kleine Geschichten, die allesamt durch tolle Malereien abgerundet werden. Auf jeder Seite findet man diese passend zur Szene.
Zudem hat das Buch mit 80 Seiten eine perfekte Länge. Es klingt nach wenig, doch um zwischendurch mit einem Kind etwas zu lesen, ist es weder zu lang, noch zu kurz.



Samstag, 11. Februar 2017

[Neuerscheinungen] Fantasy im März, Teil 2




// Nadine Roth - Bloody Mary, Du darfst dich nicht verlieben //
// Taschenbuch (12. März) //

Mein Name ist Mary. Bloody Mary. Sie rufen mich, und ich töte sie. Doch dieses Mal nicht. Er hat mich gerufen. Und das hat alles verändert.« Im Jahr 1990 wird die sechzehnjährige Mary Jane Wyler von einem Serienmörder auf grausame Art und Weise umgebracht und findet sich in der Totenwelt wieder. Gefangen hinter Spiegeln, wartet sie darauf, dass jemand nach ihr ruft, um Rache an den Lebenden zu nehmen. Der siebzehnjährige Avian glaubt nicht an diesen Mythos. Um seinem besten Freund zu beweisen, dass alles reine Fiktion ist, ruft er den Rachegeist und sieht sich plötzlich Bloody Mary gegenüber. Aber ist sie tatsächlich so blutrünstig, wie die Legende behauptet? Oder steckt hinter der Furcht einflößenden Gestalt nur ein einsames Mädchen, das sich nach Mitgefühl und Wärme sehnt? Avian versucht, zu Mary Jane Wyler durchzudringen, doch er spielt dabei mit seinem Leben.


Donnerstag, 9. Februar 2017

[Rezension] Tessa Korber - Die Katzen von Montmartre

Verlag: btb
Reihe: /
Seiten: 256
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?


Meine Meinung

Geschichte

Als ich gesehen habe, dass das Buch aus kätzischer Sicht geschrieben wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. In dem Genre lese ich eher weniger, doch Katzen begeistern mich ungemein.
Die Geschichte spielt im französischen Montmartre - wie es der Name schon sagt. Dort leben einige Katzen in freier Wildbahn, einige mit ihren Herrchen (Diener *hust*) und einer, der lebt auf dem Friedhof. Das Leben aus Katzensicht erzählt zu bekommen ist immer wieder neu und die Idee nicht oft benutzt.
Auch der Krimi war sehr spannend. Parallel ist etwas in der Katzen- und Menschenwelt im Busch und die Katzen geben alles, um den zurück gebliebenen Menschen zu helfen und ihre Herrchen wieder glücklich zu sehen - ohne dabei ihr eigene Glück zu vergessen.
Allerdings fehlte mir etwas in der Mitte. In normalen Krimis passiert am Anfang der Mord und dann werden verschiedenste Spuren verfolgt, bis am Ende aufgeklärt wird. Doch diese verschiedenen Spuren haben mir gefehlt. Es wurde durch unzählige Sichtweisen gesprungen und die Geschichte kam gut voran und am Ende wurde es dann spannend aufgeklärt, aber eben erst gegen Ende.

Charaktere

In erster Linie haben wir hier die Katzen, und davon nicht zu wenig. Sie bringen Witz und Flair in die Geschichte. Mit der typischen ignoranten Katzenweise - so wie der Mensch sie sich vorstellt - wird man durchs Buch geleitet und hat ordentlich was zu Schmunzeln. Ich könnte mir vorstellen, dass man dafür nicht einmal Katzenliebhaber sein müsste.
Die Menschen waren alle etwas unnahbar. Man hatte zwar die verschiedenen Facetten, doch wirkten sie im Endeffekt alle ein wenig plump. Man hat zudem diese gewisse französische Eigenart herauslesen können, was ein sehr positiver Punkt ist.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben wurde das Buch aus der Sicht von gut und gerne sieben Katzen und drei Menschen. (Geschätzte Anzahl.) Somit sind die Kapitel recht kurz gehalten und man springt von Viertel zu Viertel im altbackenen Montmartre. Malerisch würde ich den Ort auf jeden Fall auch nennen, denn durch präzise Beschreibungen der Orte, Sehenswürdigkeiten und Straßen fühlt man sich wie vor Ort.
Auch sehr gekonnt war die Inszenierung durch die Perspektivenwechsel. So wurde aus der Sicht der "Katze in Not" immer in der Ich-Perspektive geschrieben, sodass man die Angst und auch Entschlossenheit besser spüren konnte. Andere Sichtweisen waren in auktorialer Weise geschrieben.

Cover & Titel

Auf dem Titel sind man eine Katze unter einer Laterne in einer dunklen Straße sitzen. Sie ist aufrecht, den Blick starr, sie wirkt, als würde sie aufpassen. In ihrem Revier, in der Stadt. Die Katze wird erleuchtet. Sie ist das Licht der Stadt, die in Dunkelheit schwebt.
Auch den Titel dazu finde ich sehr passend, denn nach der Geschichte wirkt dieser auf mich, als wären die Katzen die Wächter der Stadt und ohne diese, würde nichts seinen richtigen Weg nehmen.

Zitat


"Aber ich kenne das Gefühl eine Maus zu töten und ihr hinterher liebevoll das Fell abzulecken. Gefühle sind eine starke Sache. Stärker als Gedanken."
- Seite 15

Fazit

Ein sehr gelungenes Buch in vielerlei Perspektiven. Die Geschichte war packend, witzig, hatte Flair. Der Schreibstil nimmt einen mit an den fernen Ort und die Autorin spielt herrlich mit ihm, um Atmosphäre zu schaffen.
Da mir nur leider im Mittelteil der gewisse kriminale Werdegang fehlte und ich somit ein wenig ins Ende hineingestolpert bin, gebe ich einen Panda weniger.
Jedoch dringend empfehlenswert!


Sonntag, 5. Februar 2017

[Neuerscheinungen] High Fantasy im März, Teil 1




// Bernhard Hennen - Elfenmacht //
// Kindle (20.03) - Broschiert (20.03) //
// Die Elfen(vmtl zwischen"Die Drachenelfen" und "Die Elfen") //

Wer wird künftig über die verwunschene Albenmark herrschen? Sind es die grausamen Drachen oder die raubeinigen Zwerge? Oder die geheimnisvollen Elfen, deren Kräfte bisher im Verborgenen geschlummert haben? Als die beiden Geschwister Emerelle und Meliander sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter machen, der legendären Drachenelfe Nandalee, ahnen sie nicht, dass ihre Reise das Schicksal aller Völker Albenmarks für immer verändern wird. Während Emerelle den Weg des Kampfes wählt, findet ihr stillerer Bruder eine junge, mysteriöse Elfe, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert. Doch es gibt Geheimnisse, an deren Wurzeln man nicht rühren sollte …




Dienstag, 31. Januar 2017

[Rezension] Bittersüße Weihnachten - Anthologie

Verlag: Carlsen Im.Press
Reihe: Anthologie
Seiten: 326
Kauf: Kindle

Inhalt 

Alle Jahre wieder kehrt das Christkind auch bei den Wesen der Anderswelten ein. Während die Elfen Morgan und Alahrian auf einen Engel treffen, der vom Himmel fällt, macht sich die Hexe Belle im verbotenen Wald auf die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum. Die Werwölfin Lillian versucht ihren sommerlichen Heißhunger nach Zimtsternen zu stillen und die Schüler in AurA Eupa haben eine Unterrichtsstunde vor sich, die sie so schnell nicht vergessen werden. Ganz im Gegensatz zu Schneeleopard Liam, der die Festtage am liebsten überspringen würde, und Hexe May, die passend zu Weihnachten im Chaos versinkt. Doch zumindest die Jahreszeitensöhne genießen gemeinsam mit ihren Tiergeistern das besinnliche (Nicht-)Weihnachtsfest…


Meine Meinung

Geschichte

Da hier eine Anthologie vorliegt, ist es immer schwer über die Geschichte zu schreiben. Jede hat ihren eigenen Flair. Doch bei einigen hatte ich oftmals ein weniger weihnachtliches Gefühl. Am liebsten gefiel mir die Schnitzeljagd von Tanja Voosen, die Autorin ist wunderbar.
Da ich viele Impress-Bücher lese, kannte ich fast alle Reihen teilweise oder sogar komplett. Die meisten waren meines Erachtens nach recht spoilerfrei, doch gegen Ende des Buches kamen einige kleine Geschichten, die ich noch nicht kannte und mich ab und zu gefragt habe, ob mich der ein oder andere Fakt nicht spoilern würde.
Im Vergleich mit den Büchern halten sich alle Schreibstile und das Niveau der Geschichten auf einer Länge oder übertreffen sich sogar. Ich finde es immer schwer eine Kurzgeschichte zu schreiben, die überzeugen soll. Man hat einfach nicht den Platz. Dafür ist es aber sehr gut gelungen.

Charaktere

Auch bei den Charakteren ist es wieder unterschiedlich. Kennt man die Reihen, so weichen die Meinungen nicht von der damaligen ab. Mochte man die Charaktere, tut man es jetzt noch und anders herum.
Einige neue Charakteren konnten mich auch überzeugen und in ihre Welt einladen. So zum Beispiel habe ich nun doch zu der Märchenherz-Reihe von Ann-Kahtrin Wolf gegriffen. Wenn man so überzeugt wird...

Schreibstil & Sichtweisen

Viele verschiedene Varianten bekommt man zu lesen. Von witzig bis düster, ruhig bis aufgedreht, überzeugend und weniger der geliebte Stil.
Bei den Sichtweisen gewinnt das Buch mit neun Geschichten knapp aus der Ich-Erzählperspektive, während aus der dritten Person in sieben Büchern geschrieben wird. Die Schreibstile sind fast durchgehend abwechselnd geschrieben, so hat man immer Abwechslung.

Cover & Titel

Winterlich überzeugt das Cover von seiner Schönheit. Man sieht die Schneeflocken hinunter tanzen auf den schneebedeckten Wald... In der Mitte ein Junge und ein Mädchen, die sich in Zuneigung aneinander lehnen. Es ist sehr schön gestaltet und passt auf so gut wie alle Geschichten.
Genau wie der Titel auch. Fantastisch-romantisch. Besser kann man die Welten nicht beschreiben.

Zitat

"Vielleicht brauchte es keinen verbotenen Feiertag für eine Geste der Menschlichkeit. Vielleicht war sie an jedem verdammten Tag möglich." 

- Position 3030

Fazit

Die Anthologie ist definitiv lesenswert. Es gibt Geschichten die überzeugen mehr, andere weniger, doch im großen Ganzen haben sie alle das gewisse Etwas, das einen fernab in den Schnee befördert, in der es Liebe statt Stress gibt.




Montag, 30. Januar 2017

[Rezension] Nina MacKay - Rotkäppchen und der Hipster-Wolf

Verlag: Drachenmond
Reihe: Märchen, Band 1 von 3
Seiten: 380
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine Verhöre-und-Töte -Liste der Verdächtigen erstellt wird:
1.Wölfe töten
2.Hexen töten
3.böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4.böse Feen töten

Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever ...

Meine Meinung

Geschichte

Grob betrachtet ist die Geschichte definitiv ein Muss! Es ist interessant sich vorzustellen, wie die Welt der Märchen eine eigene ist und vergleichbar mit unseren Kontinenten. Jede hat ihre eigene Vegetation und durch die Märchenstories sind sie alle einem Land passend zugeordnet. Alle Märchen in eine Geschichte zu packen bedarf schon vielen Gedanken und Können.
Doch mit der Umsetzung haperte es gewaltig. Sowohl die Charaktere, als auch ihre Handlungen, waren absolut unglaubwürdig. Der Nase nach stirbt jemand aus Zufall und ich wartet eigentlich nur darauf, dass irgendwie ein Fluch umgeht. Denn bitte: Alles Zufälle?! Zudem kommt noch, dass man doch nicht einfach die bekanntesten Märchenfiguren töten kann. Stirbt das Märchen dann ? Genau das hat mir auch das Ende vermiest. Es war so spannend und flüssig lesbar, bis wieder ein unnötiger Tod hinein geworfen wurde.
Die ganze Geschichte über ging es darum, die Prinzen zu finden und darauf läuft das Buch natürlich auch hinaus. Doch währenddessen bilden sich noch zig andere Handlungsstränge und tausende von Fragen werfen sich auf, die aber alle nicht mehr beantwortet werden. Wenn die Autorin gerade mal eine Lösung pro Buch bietet und dafür zehn mehr Fragen aufwirft, könnte die Reihe ewig gehen.
Sehr positiv fand ich allerdings die Auflösung der Rätsels. Nach einiger Zeit kommt man bereits drauf, wer hinter den Entführungen steckt, doch die Auflösung der Situation fesselte mich bis zur letzten Seite.

Charaktere

Ein Thema, was ich am liebsten überspringen würde: Grässlich!
Man hat das Gefühl, dass der Wortschatz eines jeden Bewohners nur noch aus Flüchen und Beleidigungen bestehen. Es wird immer begründet, dass die Prinzessinen und Prinzen faul geworden sind und dumm, weil sie nichts zu tun haben, doch zu den Märchen definitiv kein Vergleich mehr. So macht es auch einfach keinen Spaß zu lesen, denn auch die Witze bestehen großteils aus Beleidigungen. Die Bösen bleiben in gewisser Weise Böse und die Guten werden allesamt asozial und nervig. Tolle Grundlage. Man kann sie definitiv individuell nennen, doch vielleicht wurde der Vogel glatt abgeschossen.

Schreibstil & Sichtweise

Hier gibt es wieder Pluspunkte zu verteilen, denn einen so abwechslungsreichen Schreibstil liest man selten. Mehrmals pro Seite liest man Anspielungen, Neologismen und Umdichtungen, die mich mehrmals zum lachen verführen konnten. Hut ab!
Allerdings sticht die negative Seite hier extrem ins Auge. So fallen natürlich auch oft Beleidigungen und Wörter wie zum Beispiel "Deppenzepter" sind nicht mehr aus dem Buch rauszudenken, obwohl sie nach zweimaligem Erwähnen den Witz verloren haben.
Die Geschichte ist abwechselnd aus den Sichten von Rotkäppchen und der Prinzessinen-Gang geschrieben. Dabei hat man bei der Gang eine allesumfassende Erzählperspektive und bei Rotkäppchen die Ich-Sichtweise.

Cover & Titel

Das Cover ist sehr düster gestaltet, was an dem Bösen liegen kann, was überall rumläuft. In der Mitte sieht man einen Spiegel, der wohl auf Schneewittchens Spieglein hindeuten soll und philosophisch gesehen vielleicht auf das Gegenteil im Menschen. Den Spiegel. Im Spiegelbild sieht man Rotkäppchen mit einem Selfiestick sitzen, der häufig Gebrauch im Buch findet. Alles wirkt sehr trist auf mich, einzig und allein der Titel bringt etwas Farbe.
Mit dem Titel konnte man nicht viel falsch machen. Rotkäppchen trifft auf den Hipster-Wolf und erlebt ein Abenteuer mit ihm.

Zitat

" >Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt hier?<, ruft mir die Grinsekatze mit Lady-GagaGedächtnisfrisur hinterher. "Jaja", murmele ich. "Aber irgendwer sprengt immer den Highscore.< "
- Position 4603

Fazit

Eine wirklich tolle Geschichte mit super Gedankengängen und einem wahnsinnigen Schreibstil, den man selten so liest. Ich würde es jedem empfehlen, der mir über den Weg läuft. Doch leider machen die Figuren und ihre fäkale Aussprache alles kaputt. Der Spaß schwindet und man ist nach einer Weile nur noch genervt.