Dienstag, 21. März 2017

[Rezension] Olivia Mikula - Snowheart, Das Flüstern der Kälte

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 288
Kauf: Kindle - Taschenbuch 

Inhalt 

Zwei wie Schnee und Feuer!
Caspara steht kurz vor ihrem Studienabschluss und bestreitet ihr Leben wie jede andere junge Frau bis auf einen Unterschied: Sie ist die Wiedergeburt einer Schneefrau. Jedoch führen die Eiskräfte auch unweigerlich zu ihrem Tod. Aus diesem Grund setzt sie ihre Fähigkeiten nur selten ein. Das ändert sich, als sie Wyatt kennenlernt. Mit ihm tauchen Wesen auf, die Casparas Macht erlangen wollen. Dringend braucht sie einen Plan, um ihre Feinde zu vernichten, ohne ihr Leben dabei zu verlieren.
Doch lohnt es sich tatsächlich, für Wyatt zu sterben?


Meine Meinung

Geschichte

Die Idee hinter diesem Buch ist ohne Frage etwas besonderes. Wie oft liest man schon ein Buch über Schneefrauen? Die Umsetzung jedoch fragwürdig.
Bereits bei "BeautyHawk" vom selben Autor hatte ich Schwierigkeiten in den rasanten und eigenwilligen Schreibstil hinein zu finden. Für die geringe Anzahl an Seiten packt der Autor zu viele Situationen rein, die eigentlich gar nicht zwangsläufig von Bedeutung sind. Somit rast das Buch natürlich von einer Situation zur anderen, da keine Zeit bleibt, um ausführliche Beschreibungen zu Papier zu bringen. Zumal die ganzen Referenzen zu anderen Büchern, Filmen und Serien unglaublich anstrengend sind und die Szenen ins lächerliche ziehen. Augenroll-Moment!
Das ganze Buch über ist es so, dass der Autor Spannung aufbaut und wachsen lässt, doch an einem Punkt etwas einfließen lässt, was die gewisse Stimmung tötet. Etwas geht zu schnell, etwas wirkt zu unglaubwürdig, die Sprache, die Situation wird überzogen, ...
Die Lösungen und Wege, die eingeschlagen wurden sind okay. Durch die Sprache war es oft schwierig die Spannung zu halten, die Lösungswege zu verfolgen und bei manchen Situationen machte sich der Autor es zu einfach oder ich habe die Logik einfach nicht verstanden. Im Allgemeinen bestand der Roman mehr aus Reden und große Töne spucken, als wirklich aus Handlung. Sehr schade. Viel über Schneefrauen lernt man letzten Endes dann auch nicht. Die Möglichkeiten wurden verspielt.

Charaktere

Tja, was soll ich sagen. Aufmüpfig, unlehrbar und bockig ? Oder lieber: Starker Wille und verschlossen? Auf unsere Protagonistin trifft wohl alles zu. Was mich an ihr störte, war der Fakt, dass selbst zu ihrer Großmutter, zu der sie die stärkste Verbindung hat, bockig ist und ab und zu unschöne Wortlaute von sich gibt. Sie ist nicht gerade die liebste Person, was sie einerseits einzigartig, andererseits nervig erscheinen lässt.
Die Oma hingegen ist super cool. Sie macht alles mit, was ein Jugendlicher so machen möchte und bleibt trotzdem eine Oma, wie sie leiben und leben.
Wyatt ist derjenige, der die ganzen Anspielungen in die Geschichte bringt. Er ist ein lieber Junge, dem ich sein Verhalten abnehme, doch wie ihr bereits wisst - die Sprache ist definitiv nicht meins ...

Schreibstil & Sichtweise

Der Stil des Autors ist perfekt für einen Journalisten oder eben Blogger. Er wirkte etwas provokant auf mich, birgt eine Menge Referenzen zu anderen Büchern, Filmen und Serien. Doch für ein Buch war es einfach viel zu viel. Persönlich frage ich mich immer: Würde ich das im realen Leben so tun?
Und nein! Ganz schlimm finde ich es, wenn man einen Witz macht, in einem Nebensatz aber nochmal erklärt, woher dieser stammt. Entweder versteht man den Witz und lacht oder eben nicht. Eine Erklärung macht selbst den lustigsten Witz öde. Zumal diese Wortwitze die fantastische Welt manchmal ins lächerliche gezogen haben (zB.: "Müssen sie immer aus ihren Löchern gekrochen kommen, wie Take That?").
Außerdem kam in mir das Gefühl auf, dass der Autor manchmal nach Wörtern suchte, die anders sind. Nicht die 08/15-Beschreibungen. Einerseits ist das super, denn es peppt die Geschichte auf. Andererseits ist es nicht mehr genießbar, wenn der Protagonist dadurch "brutal" auf einen Link klickt oder sein Mausrädchen zur Überhitzung bringt. Seien wir ehrlich: Niemand kann so schnell lesen und scrollen.
Es wird einfach zuviel moderne Sprache verwendet. Zu viel aus der Social-Media-Welt. Und ab und zu auch Fäkalsprache. Ich bin gar nicht der Typ, der mit Wörtern wie "kotzen" und "Bitch" etwas anfangen kann. Vulgäre Sprache stößt mich ab.
Geschrieben ist das Buch aus Casparas Sicht in der Ich-Perspektive und Szenenweise aus der Sicht des "Bösen".

Cover & Titel

Hiergegen möchte ich definitiv nichts sagen. Das Cover lockt sofort den Blick des Käufers auf sich und ist eine Augenweide. Ausnahmsweise mal nicht mit einer Person drauf oder sonstigen Covern gleich, die man so tagtäglich sieht. Ich liebe die eisigen Farben und das Goldherz in der Mitte. Es trifft den Inhalt auf den Punkt, geht aber nicht tiefgründig hinein.
Der Name "Snowheart - Das Flüstern der Kälte" könnte natürlich nicht passender sein. Denn eine Schneefrau ist kalt - so sagt es der Name. Und diese Schneefrau möchte erwachen, hinaus in die Welt, ihre Kräfte einsetzen.

Zitat

" 'Du bringst mir Glück. Da ich aber kein vierblättriges Kleeblatt auf die Schnelle finden konnte, habe ich eines mit drei Blättern genommen und ...' Wyatt dreht es um. '...und ein viertes hinzugeklebt, weil es rasch gehen musste." 
- Position 3076

Fazit

Ein Buch, welches Unmengen an Potenzial hatte, welches nur minimal genutzt wurde. Die Sprache ist unglaublich anstrengend, nervt und unterbricht die Spannung nur zu oft. Die Protagonistin ist eher nervig, als eine Heldin und der Bösewicht sollte lieber Politiker werden, da im Reden schwingen besser im Blut liegt.


Sonntag, 12. März 2017

[Rezension] Kim Leopold - Love, kiss, cliff

Verlag: Amrun (Titel: Liliennächte)
Reihe: How to be happy, Band 1 von 3
Seiten: 404
Kauf: Kindle - Taschenbuch 

Inhalt

Ein Nerd mit Schokoladenaugen, ein verletzlicher Draufgänger und ein Musiker mit rauchiger Stimme – wen wird sie lieben, wen küssen und wen über die Klippe stoßen?
An Ablenkung fehlt es Meredith nicht, als sie nach dem Tod ihrer Mutter in die Stadt zieht, die niemals schläft. Zwischen Sonnenaufgängen und Tänzen bei Kerzenschein versucht sie, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn ein totes Mädchen zwischen ihr und ihren Mitbewohnern steht und ihr Dad nach jahrelanger Funkstille versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Wie kann sie da noch an die Liebe denken?


Meine Meinung

Geschichte

Wie unsere Protagonistin nach New York kam ist eine nette, abwechslungsreiche Idee und nicht immer dasselbe. Vor allem war ihr Verhältnis zum Vater super gemacht. Der Einfall der Geschichte wirkt zunächst etwas klischeehaft, doch der Knackpunkt ist es, daraus was besonderes zu schaffen und das hat die Autorin erfolgreich gemeistert.
Ich habe mich in dem Buch wohl gefühlt, ein wenig heimisch. In jeder Szene steckt soviel Liebe und auch Liebe zum Detail. Zunächst war ich ein wenig schockiert, ob sie wirklich eine Dreifachliebe erschaffen möchte, doch zum Glück muss man diese nicht bangen. Alle neuen Bekanntschaften entwickeln sich in andere Richtungen und es ist schön, zu sehen, wie unterschiedlich die Charaktere damit umgehen und einfach komplett natürlich sind.
Das schöne ist, dass in diesem Buch alles so realistisch wirkt. Die Zweifel, die aufkeimenden Ängste, Hoffnungen. Selbst das Ende schenkt uns kein komplettes Happy-End und ich musste mir schon die ein oder andere Träne verkneifen.
Es gab einige Stellen, an denen ich Schmunzeln und auch Lachen musste und Bücher, die mir sowas geben können, liebe ich über alles. Denn das sind Dinge, die nebenbei passieren und nicht versucht werden, zu erzwingen.

Charaktere

In erster Linie ist da unsere Protagonistin Meredith. Sie ist so wunderbar natürlich und hat ihre Meinungen und Geheimnisse. Manchmal findet sie die richtigen Worte und manchmal rast mit ihnen alles den Berg hinab. Wie im richtigen Leben eben.
Schade fand ich es, dass ihre erste weibliche Bekanntschaft Keira sich so verflüchtigt in dem Buch. Sie und Mer haben sich ja auf Anhieb verstanden, doch nie mehr wirklich Kontakt zueinander gehabt. Trotz der Umstände, hätte ich das schön gefunden.
Die Kerle waren natürlich weltklasse. Ein Mix aus dem typisch-faulen Männerklischeebrunnen und den verborgenen, einfühlsamen Seiten.
Also in die Charaktere habe ich mich verliebt. Sie sind alle realistisch und ich fühle mich geborgen bei ihnen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist locker, leicht. Die Autorin beschreibt die Geschehnisse genau, doch niemals zu ausführlich. Der Mix hat mich einfach mitgerissen. Selten habe ich das Gefühl, in einer Geschichte heimisch zu sein. Eine Geschichte, in die man sich selbst so gut hinein versetzen kann. Ich konnte lachen, mir eine Träne verdrücken und auch mal wütend sein. Doch am Ende war das Buch einfach nur beruhigend.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive von Meredith. Die Kapitel waren sehr kurz gehalten und an einigen Stellen gar nicht nötig gewesen, da man von einem ins andere Kapitel in einem Rutsch rübergleiten konnte. Es war kein störender Sprung oder sonstiges zwischen.

Cover & Titel 

Ich liebe das Cover so sehr. Die Farbtöne harmonieren perfekt mit der Stimmung, die in mir aufkommt. Fernweh, Großstadtleben, Sehnsucht. Es ist ein absoluter Eye-Catcher und das ohne die so modernen Gesichter vorne drauf. Bald bekommt es übrigens ein neues Cover, welches noch schöner ist! Schaut mal auf der Seite von der Autorin nach oder direkt beim Amrun-Verlag.
Den Titel finde ich auch sehr schön gewählt. Entscheidend ist dabei das Wort "Cliff". Kuss und Liebe versteht sich von alleine, doch Cliff hat nochmal seine eigene Bedeutung. Ich interpretiere die "Klippe" als den Schatten, über den man springen muss. Etwas neues wagen, sich öffnen. Der neue Titel "Liliennächte" sagt mir im Gegensatz gar nicht so zu.

Zitat


"Wenn ich mal für eine Sekunde innegehalten hätte und nicht nach der bequemsten Lösung gesucht hätte, dann hätten sie ihr vielleicht noch helfen können." 
- Seite 122

Fazit

Ein Buch, was in mir Glücksgefühle auslösen konnte. Ein absolutes Wohlfühl-Buch, welches die Realität nicht aus den Augen verliert und mit dem man Eins sein kann.



Montag, 6. März 2017

[Neuerscheinungen] Impress und DarkDiamond im April



Huhu ihr Lieben!:)

Ich bin ja soooo gespannt auf den fünften Teil der "Heart against Soul"-Reihe. Die Reihe schafft es nach Startschwierigkeiten mich zu begeistern und wenn dieser genauso toll ist, wie der letzte, dann will ich gar nicht auf das Finale warten...und dann es lesen.... und dann weinen, dass es vorbei ist. Achja, das Leben eines Büchersüchtigen. *In Ecke geh*
Auf "Isle of God" bin ich nun sehr gespannt. Das Cover ist meiner Meinung nach mit den Farben einer der schönsten Augenweiden der Impress-Schätze!
Und "Fairies"muss ich diesen Monat noch schnell lesen. Ich hoffe so sehr, dass es mich begeistern wird. Auf jeden Fall klingt es so vielversprechend *seufz*
Bei der Erstellung des Postes ist mir übrigens aufgefallen, dass die letzten Bücher der "Elite"-Reihe schon auf Amazon vorbestellbar sind. Was denkt ihr zu den Covern? Der Geschichte? Wie findet ihr die Bücher so ? ^-^


Freitag, 3. März 2017

[Rezension] Matthias Teut - Erellgorh, Geheime Mächte

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Reihe: Erellgorh, Band 1
Seiten: 460
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

Seit dem großen Krieg leben die Völker von Jukahbajahn – Menschen, Zwerge und das Sumpfvolk der Urda – in Frieden. Die Elben und ihre mächtige Stadt Erellgorh sind nur noch ein Mythos, verborgen im magischen Dunst des Nebelsees.
Da wird der junge Heiler Atharu von seiner sterbenden Urmutter auf eine Reise geschickt. Ein sonderbarer Brief zwingt die Küchenmagd Selana zum Aufbruch. Und der Straßendieb Pitu muss wieder einmal vor seinen Verfolgern fliehen. Sie alle machen sich auf ins Ungewisse. Ihre Welt steht Kopf. Doch noch ahnen sie nicht, welche Bedrohung am Horizont lauert – und welche Rolle die Elben von Erellgorh ihnen zugedacht haben.


Meine Meinung

Geschichte

Schon lange habe ich mal wieder nach einem High-Fantasy Epos gesucht und bin auf dieses Buch gestoßen.
Zum einen ist dort die wundervolle Aufmachung des Buches. Alleine das Cover.... dann gibt es noch eine eigene Karte, eine selbstentworfene Sprache des Autors und über jedem Kapitel wurde ein Bild beigefügt, welches eine Szene aus dem Buch entspricht. So viel detailgetreue Arbeit steckt in dem Buch.
Die Geschichte an sich packt einen von Anfang an. Es gibt drei Protagonisten, dessen Abenteuer schon von Beginn an losgehen, ohne das es zu schnell wirkt. Am Ende eines jeden Kapitel gibt es einen Satz, der einen unbedingt weiterlesen lassen möchte. Und das ungelogen am Ende eines jeden Kapitels. Das fand ich schon eine Leistung, die Spannung so konstant aufrecht zu erhalten.
Einige der Charaktere haben magische Fähigkeiten, doch nicht alle. So liest man aus beiden Welten, was mich sehr gefreut hat. Nicht immer müssen Charaktere besonders sein um hervorzustechen.
Natürlich gibt es hier auch viele verschiedene Wesen, die man erst einmal kennen lernen muss.
Einzig Selanas Geschichte hat etwas Antrieb gebraucht und nahm recht spät die Fahrt auf. Dafür lernt sie ein total liebenswürdiges Wesen kennen, der mich mit seiner Art des Öfteren mal zum lachen brachte.
Das Ende gibt schon einige Hinweise auf den Folgeband. Manches konnte man erahnen, manches macht einfach neugierig. Es lief darauf hinaus, dass alle Erzählstränge nun zusammen führen. Wie sich alle als Team schlagen, darauf bin ich am Meisten gespannt.

Charaktere

Teut schuf Charaktere mit den unterschiedlichsten Charakterzügen. Jeder hat andere Talente und mir gefiel über diese zu lesen, und wie sie der Geschichte weiterhalfen. Zudem habe ich es nicht sehr oft, dass ich beim Lesen wirklich lachen kann. Nicht nur schmunzeln. Auch das schaffte Teut mit seinen Charakteren.
Trotzdem mit drei Erzählsträngen schon recht viele Charaktere auf den Leser warten, so wuchs mir jeder ans Herz. Alle drei sind sie unterschiedlich, doch alle konnten sie mich mit ihrer Art überzeugen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr lebhaft und sendete mir Bilder der Umgebung in meinen Kopf. Ohne was dagegen zu tun hatte ich die Welt vor Augen. Ich war versunken in dieser und fieberte mit. Selbst um Nebencharakter machte ich mir plötzlich Sorgen, da einfach jeder in diesem Buch unwiderstehlich ist. Ein definitiv außergewöhnlicher Schreibstil, den ich so selten lese.
Geschrieben wurde das Buch aus drei verschiedenen Sichten in der dritten Person. Es war eine perfekte Mischung aus Kapitellänge und Geschehnissen. Die Wechsel fanden immer im Dreiertakt statt, so konnte man definitiv nicht durcheinander kommen, über wen man gerade liest.

Cover & Titel

Das Cover zeigt zwei Gestalten, die in einem Boot zu einer Nebeverdeckten Insel paddeln, auf der hinter dem Nebel ein riesiges Gebäude hervorragt. Inhaltlich passt es, keine Frage. Doch auch optisch zieht mich alles an diesem Cover in den Bann. Das liegt wohl an der herrlichen Farbwahl von blau, weiß und einem Stich grün. Wunderschön und geheimnisvoll!

Fazit

Dieses Buch konnte mich durch und durch begeistern und sich in meine Top-Reihen aus dem High-Fantasy einschleichen. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht und kann bis dahin nur über eine sehr detaillierte Welt schwärmen.



Donnerstag, 2. März 2017

[Rezension] Anika Lorenz - Im Blut ein Schwarzbär

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 4 von 6
Seiten: 263
Kauf: Kindle

Inhalt

Nach allem, was geschehen ist, will Emma nur noch weg, den Schmerz hinter sich lassen und neu anfangen. Bei ihren Freunden in New York scheint ihr genau das zu gelingen. Endlich kann sie wieder frei atmen – auch wenn sie von den Gefühlen, die sie zu verdrängen versucht, immer wieder eingeholt wird. Dass es so aussieht, als hätte Nate sich für eine Andere entschieden, und dann auch noch Liam unerwartet vor ihrer Tür steht, macht es Emma nicht gerade einfacher. Nur mühsam lernt sie, dass es egal ist, wie weit sie davonläuft, denn ihre Vergangenheit wird stets ein Teil von ihr sein…und sie birgt noch viele Geheimnisse!


Meine Meinung

Geschichte

Wow! Bei diesem Buch hat es mir wirklich die Sprache verschlagen. Die Autorin legt noch einmal eine gewaltige Schippe an Action und Spannung drauf und setzt alles auf eine Karte - oder in ein Buch.
Denn Emma kann ihrer Identität nicht entfliehen. So muss sie aus New York zurückkehren und gerät direkt in die Fänge der Jäger. Nicht einmal die Hälfte des Buches brauchte es, um die Spannung enorm in die Höhe zu kurbeln. Gerade ist die nervige, aber mittlerweile erträgliche Dreiecksbeziehung, durch eine Entscheidung beendet worden - auch wenn ich zum anderen Team gehörte - und alles könnte perfekt sein, doch nun muss Emma stark sein. In den Fängen der Jägern durchzieht sie eine harte Ausbildung und viele seelische Schmerzen. Ich habe mittgelitten, mitgefiebert und immer nach einem Ausweg gesucht. Einem Satz, den man sich drehen und wenden kann, wie man möchte. Doch den gab es nicht. So steigerte die Autorin die Spannung ins unermessliche. Ich war hilflos, bin mit den Augen über die Seiten gerast und immer wenn ich dachte, dass die Situation nun aufgelöst wird, ging es noch schlimmer.
Das Finale war noch einmal Spannung pur. Bis zur letzten Seite schlug mein Herz höher. Obwohl ich mich noch immer frage, wie man denn einen Zweikampf führen kann, wenn um einen herum hunderte Leute kämpfen, die auf Befehle hören müssen, bat der Kampf viel Stärke und war nichts für schwache Nerven.
Das Ende bietet dann eine Art Cliffhanger. Auf der eine Seite weiß man, was passiert ist. Auf der anderen möchte man unbedingt die Reaktion kennen. Wie geht es weiter? Was passiert nun? Ist das Geschehene umkehrbar?

Charaktere

Emma tat mit in dem Buch so leid. Erst die Liebe, die sie nun endlich gefunden hat und mich ein wenig eingelullt hat, dann die schreckliche Wendung, die sie um ein tausendfaches wieder in ihre Depression hätte stürzen lassen. Ich habe den Moment abgewartet, indem sie wieder in ihre Lethargie fällt, doch sie ist stark.
Nun lernt man auch mehr von Emmas Familie kennen und ich habe zwiegespaltene Gefühle. Einerseits versteht man die Handlungen, andererseits stand ich unwiderruflich auf Emmas Seite. Die Grausamkeit und Naivität nahm mich mit. Hier wurden charakterstarke Figuren geschaffen.

Schreibstil & Sichtweise

Spätestens ab der Hälfte des Buches nimmt der Schreibstil einen komplett gefangen. Man wird von einer schlimmen Situation in die nächste geschoben, findet kaum eine Atempause und möchte das Buch nicht mehr weglegen. Definitiv hat die Autorin den Vogel mit diesem Buch abgeschossen. Auf jeden Fall meine Nerven.
Geschrieben wurde wieder aus Emmas Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel (Vorsicht: Spoiler)

Im gewohnten Stil sieht man Emmas Kopf im Hintergrund und der eines Tieres im Vordergrund. Diesmal ist es nicht ihres, sondern das ihrer Mutter. Das schwarze Fell mit dem silbernen Hintergrund und dem goldenen Schriftzug harmoniert perfekt. Ich liebe es. Es ist ausdrucksstark.
Auch der Titel passt diesmal perfekt. Zuerst dachte ich erst gar nicht dran, doch da ihre Mutter ein Schwarzbär ist, hat natürlich auch Emma die Gene in sich. Das Tier hat sich nur nicht entfaltet, sondern geht es hier wohl eher um die Stärke des Bären, welches durch ihr Blut wallt.

Zitat

"Ich lag in meinem Bett und beobachtete die Zeiger der Wanduhr, die sich unaufhörlich bewegten. Egal was passierte, man konnte sich immer sicher sein, dass die Zeit verging."
- Position 1910

Fazit

Ich bin froh die Reihe trotz Startschwierigkeiten weitergelesen zu haben. Sie entwickelt sich zu einem wahren Schlafräuber und mittlerweile kann ich die Folgebände nur herbeisehnen.