Montag, 12. Januar 2015

[Rezension] Rebecca Wild - Winteraugen

Verlag: im.press
Positionen/Seiten: 3071 / ca 322
Reihe: Voraussichtlich mindestens ein Folgeband
Kauf: Kindle

Inhalt

Blumen aus Eis, Wasser, das in de Luft gefriert und blattlose Bäume - viele Geschichten ranken sich um das ferne Winter, doch die 16-jährige Rae hat es noch nie zu Gesicht bekommen. Wo sie herkommt, sind die Wiesen immer grün, die Ernten reich und das Leben sorgenfrei. Erst als Juni, die Sommerprinzessin, spurlos verschwindet und der Verdacht auf ihren Zwillingsbruder Luca fällt, scheint die Kälte sich auch in ihr Leben zu schleichen. Um ihm zu helfen, begibt sich Rae auf die lange Reisse in das Königreich von Frost und Kälte und trifft unterwegs auf North, den Jungen mit Augen so kalt wie der Winter selbst. North versteht zwischen den Jahreszeiten zu wandeln wie kein anderer, aber sein Vertrauen zu gewinnen, ist alles andere als einfach ...

Meine Meinung 

Allgemein

Mein erstes Buch dieser Autorin und sofort hat es mich voll und ganz überzeugt. Rebecca Wild schafft es mit einer wundervollen neuen Idee zu überraschen. Die Jahreszeiten aus einem ganz anderen Blickwinkel und doch in einem sehr schönen Zusammenspiel, denn wer nach Winter will muss erst den Herbst(wald) durchqueren und andersrum.
Allgemein ist das Buch eher ruhig. Hie und da sind immer wieder Spannungsbögen drin, doch den einen Höhepunkt gibt es nicht. Jedoch stört das weniger.
Die Orte werden sehr zügig gewechselt. Die Protagonisten verweilen selten lange an einem Ort und ziehen rasch weiter. Trotzdem lernt man nicht viel von den verschiedenen Welten kennen, denn im Vordergrund steht die Reise und der Fokus liegt weniger auf den Besonderheiten, der verschiedenen Orte. Zwischendurch werden immer mal für den Protagonisten fremdartige Dinge eingebunden, doch bekommt man  trotzdem keinen allzu großen Einblick.

Charaktere

Allgemein gibt es zwei Hauptcharaktere: Rae und North. Kurzweilig wird auch Raes Bruder Luca erwähnt.
In beide kann man sich sehr gut hineinversetzen und schnell stechen auch die verschiedenen Charakterzüge raus.
Rae wurde als Baby mit ihrem Zwilling Luca vertauscht und wurde somit mit der Gabe Mut gesegnet, welche eigentlich Luca bekommen sollte. Diese Gabe bestätigt sich im Laufe des Buches. Was mir gut daran gefallen hat, dass sie keinen bedingungslosen Mut hat, sondern es auch Momente gibt wo sie Angst hat. Doch sie äußerst dies nur innerlich und zieht das ganze Abenteuer tapfer durch. Zudem hat sie einen Sturrkopf, der ausgezeichnet zur Geltung kommt.
North hingegen ist eine ziemlich ruhige Person. Durch seine Sichtweise bekommt man gute Einblicke in seine Denkweise und merkt, dass er wenig Erfahrung gegenüber anderen hat, was man ihm am Anfang kaum anmerkt. Er ist es gewohnt alleine zu leben und hat nur zu ein paar wenigen Kontakt. Doch jeder kennt ihn und bis kurz vor Schluss steht die Frage offen, warum.
Luca ist der Zwillingsbruder von Rae. Er lebt ein typisches Männerleben in der damaligen Zeit: Trinken und Frauen. Er spielt gerne um sein erarbeitetes Geld und hat nicht gerade selten eine Frau an der Hand. Den er wurde anstatt mit Mut mit Schönheit gesegnet. Typisch für damals ist auch, dass jeder Junge der Prinzessin den Hof machen würde und so schreibt er nicht gerade selten Liebesbriefe an sie.

Sichtweise & Schreibstil

Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben und im wahrsten Sinne des Wortes auch von drei Personen: Rae, North und Luca. Jedoch tritt Luca nur in den ersten paar Kapitel auf, bis Rae sich auf die Reise begibt.
Der Schreibstil ist an die Zeit im Buch angepasst. Etwas mittelalterhaft, aber nicht zu hochgestochen. Durch viele ausführliche Beschreibungen kann man sich gut ein Bild der Personen und der Handlungen machen und fühlt sich durch die neue Welt verzaubert. Sehr gut gefallen hat mir die Wortwahl zu den verschiedenen Emotionen. Hatte der Protagonist Panik, so stieg diese auch schnell in einem auf und man konnte gut mitfühlen. Genauso bei anderen Emotionen, wie Staunen, Freude, Glück.

Cover & Titel

Das Cover hat mich von Anfang an angezogen. Ich habe es gesehen und musste sofort den Inhalt des Buches herausfinden. Nach lesen des Buches kann ich sagen, dass es eins zu eins zum Inhalt passt. Auf dem Cover ist North abgebildet und im Buch wird er genauso beschrieben, wie er auf dem Cover aussieht.
Auch der Titel ist sehr passend gewählt. Wieder geht es um North und sein herausstechendes Merkmal: Seine Augen. Zwar haben in Winter viele solche Augen, doch stechen seine besonders wohl besonders hervor.

Zitat

"Die Angst saß so tief in ihr, dass Rae schlecht wurde und sie zitterte so stark wie ein Blatt im Wind."  - Position 2402


Fazit

Die Autorin versteht sich mit einer gelungenen Wortwahl die Leser in eine andere Welt zu holen. Jedoch hat mir der Höhepunkt gefehlt und oft eine stärkere Beschreibung der Umgebung. Trotzdem war das Buch spannend bis zum Ende und auch nicht vorhersehbar. Somit vergebe ich vier von fünf Pandas!



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