Mittwoch, 30. Dezember 2015

[Rezension] Tanja Voosen - Phantomliebe

Verlag: Impress (Carlsen)
Reihe: Einzelband
Seite: 393
Kauf: Kindle

Inhalt

Was ist das Schlimmste, was einer 17-Jährigen passieren kann? Sich uneingeladen auf eine angesagte Halloween-Party schleichen und zum Alibi mit einem wildfremden Jungen rumknutschen, der zwar ziemlich gut aussieht, sich aber leider als Bruder des langjährigen Schwarms herausstellt. Zumindest hätte Fen das ganz oben auf ihre Not-To-Do-Liste gepackt, wenn sie nach der besagten Party nicht in den Bannkreis eines Exorzisten gestolpert und fast von einem blutigen Mädchenphantom umgebracht worden wäre. Ja, definitiv das Schlimmste von allem. Aber dann wird sie genau von diesen beiden Jungen gerettet und erfährt eine Wahrheit über sich selbst, die alles, was sie jemals als schlimm definiert hätte, noch mal toppt …

Meine Meinung

Allgemein

Obwohl ich nicht so der Fan von Genres bin, die in die Richtung von Horror, Thriller oder Krimi gehen, hat mich das Cover und der Klappentext trotzdem angesprochen.
So habe ich es also gestartet und war gar nicht mal so abgeneigt von der Grundidee, welche in den ersten Kapiteln bereits zum Vorschein kam. Jedoch lernt man in diesem Buch niemals aus. Eine durch und durch komplexe Geschichte, mit einer Menge an Informationen. Mir fiel es leicht, dem Konzept zu folgen, denn dieses war jedesmal gut erläutert.
Zum Gebiet des Horrors und den Thrillerstellen... Nun ich bin zart besaitet und konnte es in der tiefsten Nacht noch ohne Probleme lesen. Die Szenen sind gut beschrieben, so dass man sich in die Geschichte denken kann, doch nicht sonderlich blutig oder erschreckend.
Die Protagonistin Fen ist ein ganz normaler Teenager, doch dies ändert sich sehr schnell. Sie stolpert mitten in eine Welt voller Exorzisten und Phantomen. Neue Welt... Neue Geschichte. Mir als Leser wurde auf keiner einzigen Seite langweilig, da die Welt der Phantome und Exorzisten so verwunden ist, dass viele Dinge passieren, die die Spannung Seite für Seite hochtreiben. Im Allgemeinen ist das Buch ein Auf und Ab zwischen Erklärung, Normaler Fortgang der Geschichte und Grusel-, Actionszenen.
Das Ende hat mir soweit sehr gut gefallen. Obwohl ich fand, dass die Autorin sehr großzügig mit Leben und Tod gespielt hat, nur um den Leser zwischendurch ein wenig zu schockieren. Jedoch ging mir das dann etwas zu schnell. Schlag auf Schlag. Lieber ein paar verzwickte Kämpfe mehr und ein bisschen Gerede weniger.

Charaktere

Die Charaktere in diesem Buch kann man fast endlos nennen.
Natürlich gibt es da die Bösen und die Guten und ein tolles Ratespiel entstand, wer zu welcher Seite gehören könnte. Auch ein paar bekannte "Gesichter" fanden den Weg in das Buch, was mich ja immer total freut. Plötzlich erscheinen da Figuren aus alten Sagen oder Büchern, welche einen aufhorchen lassen. Etwas Bekanntes ist immer gut !
In erster Linie geht es natürlich aber um das Mädchen, welches sich plötzlich in einer neuen, völlig konfusen Welt, wiederfindet. Fairley... oder auch Lin genannt.
Sie hat sich sehr schnell mit der neuen Situation abgefunden... Jedenfalls scheint es so. Bei Problemen findet sie immer einen guten Rat bei jemanden und wenn es um logisches Denken geht, ist sie wohl kaum zu schlagen. Manchmal habe ich mich jedoch gefragt, ob sie das nicht alles etwas zu schnell so hinnimmt, wie es ist. Dann jedoch dachte ich, dass sie eher ein Logiker ist und die Dinge nimmt, wie sie kommen. Obwohl ich mich nicht gerade mit ihr identifizieren konnte, war es sehr angenehm aus ihrer Sicht zu lesen und mich von ihr in die Geschichte entführen zu lassen!

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Oftmals wird gut Spannung erzeugt, doch in einem gesunden Maße, so dass kein Gruselbuch daraus wurde.
Das Einzige was mich ein wenig gestört hat, war die Namenswahl von Sage und Jude. Vor allem bei Sage fiel es mir schwer, den Namen so anzunehmen, da ich eher das Nomen im Kopf hatte. Zumal dieses Nomen gegen Ende des Buches auch noch benutzt wurde und mein Kopf nur noch am schalten war zwischen dem Namen und dem Nomen. Auch bei Jude war ich mir erst unsicher, ob es wirklich ein Name ist, oder eben der Jude gemeint ist.
Trotz allem finde ich die Namensgebung sehr schön! Stellenweise verwirrend, aber schön! Nicht so gewöhnlich.
Geschrieben wurde das Buch aus der Sicht von Lin in der Ich-Perspektive. Die einzige Ausnahme bildet der Epilog, welcher aus der Sicht von Cliff geschrieben wurde, welcher zu den Exorzisten gehört und ein alter Freund Lins ist.

Cover & Titel

Wie bereits oben erwähnt, hat mich das Cover mitunter zum Lesen motiviert. Der Mensch auf dem Cover erkennt man als eben diesen: Einen Menschen. Doch die Art der Darstellung lässt auch das außergewöhnliche etwas herausstechen, sodass man auch an Phantome denken muss. Die grünen Schwaden sind ein tolles mystisches Accessoire.
"Phantomliebe" ist ein Titel, der sehr schnell ins Auge springt. Doch ob es den Inhalt so auf den Punkt bringt? Auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil!

Zitat

"Schuld kann man nur begleichen, wenn man alle Vorsicht fallen lässt und etwas wirklich Selbstloses tut" - Position 1577 

Fazit

Ein wirklich gelungenes Buch, welches einen von Zeile zu Zeile immer mehr in den Bann zieht. Alles war schlüssig erklärt und gut zu verfolgen. Kann man definitiv weiterempfehlen!




Kommentare:

  1. Huhu,

    das Cover ist ja mal der Hammer und die Story klingt auch super. Mit so was bekommt man mich ja immer. Auch wenn ich nicht so auf Ebooks stehe und Impress deshalb oft vernachlässige.

    LG
    Sonja

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    1. Huhu!

      Ja, so geht es mir auch. Dieser Monat war eine regelrechte Leseflaute, da ich nur eBooks habe und diese sooft zur Seite lege. Das habe ich bei "richtigen" Büchern so gut wie nie.
      Aber das Buch wäre es wert.

      Liebe Grüße,
      Lydia

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