Dienstag, 12. Januar 2016

[Rezension] Rebecca Wild - 1001 Kuss, Djinnfeuer

Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 253
Reihe: Einzelband
Kauf: Kindle

Inhalt

Rani wurden schon früh Geschichten über die Djinn, deren Grausamkeit und List ins Ohr geflüstert. Kein Wunder also, dass ihr Herz zu rasen beginnt, sobald sie irgendwo ein goldfarbenes Glühen wahrnimmt. Für eine Piratentochter ist sie extrem abergläubisch. Doch dann fällt ihr bei einem Beutezug ein verwunschenes Fläschchen in die Hände. Rani kann ihr Glück kaum fassen, schließlich muss der Djinn, der darin gefangen ist, ihr nun drei Wünsche erfüllen. Das klingt zu gut, um wahr zu sein – und das ist es auch. Denn der Geist ist nur an einem interessiert: seine Freiheit wiederzuerlangen. Und als Anführer der Djinn ist er es gewohnt, seinen Willen durchzusetzen...


Meine Meinung

Allgemein

Aladdin gemischt mit wilden Piraten... Kann man das miteinander vereinbaren? Rebecca Wild kann das und entführt in eine Welt aus 1001 Nacht.
Dieses Gebiet ist für mich immer ein schwere Thema. Das Buch muss entführen können, verzaubern können und zudem spannend sein. Der Zauber des Orient eben. In diesem Buch war alles vorhanden. Schon der Anfang ging spannend los und wirft sofort Fragen auf, die man gelöst haben möchte. Was zum Beispiel treibt der komische Falke für Spielchen?
Schnell geht die Story mit dem Djinn los. Viele Geschichten und viel Aberglaube ranken sich um diese Wesen und ausgerechnet Rani findet einen! Doch das Glück scheint ihr nicht hold. Ein Griesgram hoch zehn, der nicht einmal weiß, wie man sich anpasst. Nicht gerade selten legt sie sich mit ihm an, doch nicht nur Djinnmagie liegt in der Luft.
Wie man es nicht anders erwartet hat, ist Rani mit ihren Wünschen unvorsichtig und naiv und somit trickst der Djinn sie aus und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Um den Wunsch rückgängig zu machen und zudem noch ihre Familie zu finden - von denen Rani getrennt wurde - muss sie vorbei an bösen Monstern, mächtigen Magiern und einem schattengleichen Meuchelmörder.
Das Ende schafft einen Höhepunkt nach dem anderen. Immer wenn ich dachte kurz vor dem Ende zu sein, passierte etwas Unerwartetes. Nicht selten habe ich schon an einen Folgeband gedacht, doch die Autorin wusste die Dinge geschickt und schnell zu lösen. Somit war ich einerseits erleichtert sofort den Ausgang zu wissen... Andererseits hätte ich nichts gegen eine Fortsetzung einzuwenden.

Charaktere

Die Charaktere sprühen nur so vor individuellen Charakterzügen. Vor allem der Prinz Amare hat mir sehr zugesagt. Einerseits ist er sehr selbstfixiert, dennoch scheint er Sorge in sich zu tragen und somit hat er auch die ein oder andere gute Tat parat. Seine spezielle Vorliebe hat mich besonders überrascht. Nicht viele Autoren trauen sich darüber zu schreiben, doch genau das hat dem Buch die richtige Würze verliehen.
Gerne erwähnen möchte ich auch Nidal. Mit seiner geheimnisvollen Art bleibt er einem bis zum Ende im Gedächtnis und man lauert immer darauf, etwas von ihm zu erfahren. Spontan würde ich behaupten zu ihm die meiste Bindung aufgebaut zu haben, obwohl dort vielmehr Charaktere, als er waren.
Nicht zu vergessen ist natürlich der Djinn Jaal. Am Anfang war mein Empfinden sehr neutral gegenüber ihm. Doch auch das änderte sich rasch. Stellenweise konnte er mir sogar ein Schmunzeln entlocken. Ich liebte sein unerwartetes Verhalten. Seine plötzlichen Wutanfälle oder seine überraschende Sanftheit.
Der "Charakter", der mich am meisten an Aladdin erinnert hat, war der fliegende Teppich. Dieser durfte natürlich auch in dieser Geschichte nicht fehlen! Es hat mich trotz der Parallelen immer wieder gefreut, von ihm zu lesen.
Zu guter Letzt natürlich noch die Protagonistin Rani. Sie war die Einzige, mit der ich am hadern war. Sie ist jung und naiv und oft habe ich einfach nur den Kopf schütteln können über soviel Aufmüpfigkeit. Doch trotzdem habe ich ihre Passagen gerne verfolgt. Ist doch auch etwas Gutes, dem Protagonisten ein Machtwort halten zu wollen. Eine besondere Art der Bindung!

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil konnte mich von Anfang bis Ende an das Buch fesseln. Gestoppt habe ich nur einmal in der Mitte für meinen Schlaf, ansonsten hätte ich es wohl in einem Rutsch gelesen. Die Magie hat einen von Seite zu Seite getragen und ließ mich in eine neue Welt abtauchen.
Geschrieben wurde das Buch in der dritten Person aus der Sicht von drei Charakteren: Dem Mörder Nidal, der Piratentochter Rani und der Magierin Anadil (Ich frage mich noch immer, ob es Absicht ist, dass man aus dem Namen auch Aladdin machen kann. Nur ein D fehlt.)

Cover & Titel

Das Cover verzaubert einen schon auf seine Art und Weise. Erst dachte ich, dass Rani auf dem Cover ist. Vermute es auch immernoch. Doch im Buch wird sie als gar nicht so hübsch und weiblich beschrieben, wie sie auf dem Cover für mich wirkt. Den Aspekt beiseite: Wunderschön und tolle Farbwahl!
Den Titel finde ich ebenfalls passend gewählt. Auf verschiedenste Art und Weise. Am meisten gefällt mir der Untertitel "Djinnfeuer", da er am aussagekräftigsten ist.

Zitat

"Irgendwie gefiel es Amare auch, ihn so zu sehen - ganz in Schwarz gehüllt, das Gesicht im Schatten, die Lippen verdeckt. Gefährlich. Dunkel. Geheimnisvoll. Er war sein Löwe im Käfig, nicht wirklich gebändigt, noch immer lauernd." 
- Position 592

Fazit

Ein unglaublich tolles Buch, welches einen auf eine magische Reise in eine ferne Welt mitnimmt. Die Protagonisten bringen sehr viel Leben in das Buch und geben ihm eine einzigartige Persönlichkeit. Lasst euch entführen in eine Welt aus 1001 Nacht! 


Kommentare:

  1. OMG *.*
    Will auch! Okay! Das Buch muss bei mir einziehen! So schnell wie möglich!
    Zum Glück ist mein "Projekt-5-Books" bald um, sonst hätte ich vor Ungeduld abgebrochen!
    Danke für die tolle Rezi und das du meine Neugierde für das Buch wiedererweckt hast :).

    Alles Liebe,
    Tiana

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    1. Das freut mich, dass ich dir das Buch nahe bringen konnte :)
      Viel Spaß dann beim Lesen!

      Liebe Grüße,
      Lydia

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