Dienstag, 22. März 2016

[Rezension] Ruth Olshan - All die schönen Dinge

Verlag: Oetinger
Seiten: 288
Reihe: /
Kauf: Kindle - Gebunden 

Inhalt 

Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiss, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie




Meine Meinung

Allgemein

Der Einstieg in das Buch fiel mir ausgesprochen leicht. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, doch sehr detailreich, weshalb man im Lesefluss nichts einbüßt. Da die Protagonistin ja eine "tickende Zeitbombe" ist, wie sie sich selbst beschreibt, fand ich diesen Schreibstil genau richtig. In mir weckte es den Anschein, dass Tammie die Dinge viel genauer betrachtet - eben detailreicher sieht. Sie rennt nicht nur so durchs Leben, sie nimmt sich Zeit dafür.
Jedoch kam schnell eine Situation, über die ich ziemlich perplex gestolpert bin. Den es gibt einen Jungen in Tammies Leben, der sie zu mögen scheint und dabei nichts anbrennen lässt. Für mich war dieser Charakter etwas übertrieben und somit auch störend. Zum Glück ist er jedoch kein fester Bestandteil im Buch und ich konnte schnell weiter. Schnell ist hierbei das Stichwort, denn am Anfang kamen mir die Kapitel sehr gehetzt vor. Es wurde von einer Szene in die nächste gesprungen und die Kapitel waren sehr kurz. Dadurch wirkte alles ein wenig gehetzt. Nach einiger Zeit jedoch pendelt sich die eigentliche Geschichte aber gut ein und die Kapitel werden länger, es wird nicht mehr so viel in den Szenen gewechselt und das Buch nimmt ein wenig ruhigere Fahrt auf.
Nach und nach lernt man auch alle Charaktere kennen und schön finde ich, dass das Buch nicht überladen mit ihnen ist. Im Endeffekt hat man nur Tammie und ihren Freundeskreis mit Eltern und Tier.
Die Autorin kann geschickt Szenen beschreiben. Bei vielen Themen, bei den man weit ausschweifen könnte, hält sich bei ihr alles im Rahmen. Das Gefühl geht nicht verloren und ein Touch von Unerfahrenheit schwebt in der Luft. Denn Tammie hat noch viel vor in ihrem Leben. Behütet leben will sie definitiv nicht mehr!
Das eigentliche Thema ist, wie Tammie ein Leben mit dem Aneurysma führt. Die Leute, die ihr nahe stehen wissen natürlich davon und so gibt es viele Situationen, in denen man auch erfährt, wie denn überhaupt andere mit diesem Wissen umgehen. Berührend und mitfühlend, traurig und fröhlich. Das Buch bietet zahlreiche Facetten. Vor allem diese Unbeschwertheit im Buch hat mir sehr gefallen und das nochmal aufgegriffen wurde, dass nicht nur Tammie mit schweren Sachen zu kämpfen hat, sondern auch andere Dinge einem nah gehen können, auch wenn ihre Krankheit ein Schweres Ausmaß hat.
Auch das Ende hat mich noch einmal zutiefst bewegt. Der Zusammenhalt wird nochmal deutlich. Die Träume und Pläne filtern sich heraus und der Abschlusssatz ist simpel, aber passend!

Charaktere

Die Charaktere waren etwas Besonderes. Jeder hat seine Macken und alle kommen so herzlich rüber. Tammie hat wirklich tolle und fürsorgliche Eltern, einen verkorksten Bruder und eine hyperaktive Freundin. Hinzu kommt der wirklich äußerst charmante Fynn. Die Namensgebung fand ich sehr toll gewählt. Dieser Name bedeutet für mich genau das, was der Charakter im Buch verkörpert. Mitfühlend, verständnisvoll, humorvoll. Es ist wirklich schade drum, sich von diesen Leuten am Ende des Buches verabschieden zu müssen.
Natürlich gibt es auch Personen, die ich nicht so mochte, da sie einen eher nervigen oder abweisenden Charakter hatten. Das gehört ja aber zu jedem Buch und rundet alles nur nochmal ab!

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist recht simpel gehalten, dafür sehr detailreich. Die Gefühle kamen gut bei mir an und einzigartige Charaktere wurden geschaffen!
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive aus Tammies Sicht.

Cover & Titel

Das Cover ist sehr schlicht gehalten und trotzdem fällt es einem ins Auge. Es ist so alltäglich und doch außergewöhnlich, wie Tammies Leben.
Auch der Titel gefällt mir gut, da Tammie nach und nach immer mehr Dinge entdeckt, die sie glücklich machen und die sie braucht. Und dafür muss man manchmal gar nicht so ausschweifend denken!

Zitat


"Irgendwie und irgendwann sind uns die liebevollen Gesten in den Ärztezimmern und zwischen den Untersuchungen verloren gegangen." 
- Seite 17

Fazit

Ein wirklich gelungenes Buch über ein sehr pikantes Thema: Das Leben mit einer tödlichen Krankheit. Humorvoll und unglaublich einfühlsam, geht es nicht nur um die düsteren Themen im Leben! 







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