Montag, 18. Juli 2016

[Rezension] Oliver Plaschka - Das Licht hinter den Wolken

Verlag: Hobbit Presse
Reihe: Einzelband
Seiten: 687
Kauf: Kindle - Gebunden - Taschenbuch

Inhalt

Das junge Mädchen April träumt von einem magischen Licht, das sie in die Ferne lockt. Auf ihrem Weg lernt sie den elbenähnlichen Janner kennen, der bis über beide Ohren in Schwierigkeiten steckt. Als die beiden in Notwehr einen einflussreichen Mann töten, heften sich die Soldaten des Kaisers an ihre Fersen. Da begegnen sie Sarik, einem uralten Zauberer, der sich dem Verschwinden der Magie entgegenstellt.










Meine Meinung

Allgemein

Meine Gedanken zu diesem Buch zu verfassen fällt mir, wie schon vielen Vorgängern auch, relativ schwer. Ich kam sehr gut in das Buch rein und die Schreibweise stach mir dabei sofort ins Auge. Der Autor hat einen unglaublich tollen, bunten und vielfältigen Schreibstil, dass man nur ans Buch gefesselt werden kann(z.B.: "Der Krieg der Wolkenschiffe geht los", als Unwetter). Sein Spiel mit den Wörtern ist an manchen Stellen echt unglaublich. Doch schnell geriet ich ins Stocken. Die Geschichte nahm sehr langsam Fahrt auf. Der Autor wollte erst einmal eine Grundlage schaffen und fing mit drei Handlungssträngen an. Beides sehr ausführlich, zog es das Buch an manchen Stellen extrem in die Länge. Das Buch ist in verschiedene Abschnitte geteilt und so hatte dann auch ein Charakter mal einen ganzen Abschnitt für seine Geschichte bekommen, der aber trotzdem viel zu raffend war. Ein Spiel zwischen den Perspektiven hätte dem Leser vielleicht ein besseres Gefühl geben können, das einiges an Zeit vergangen war.
Bis zur Hälfte des Buches hatte ich zudem das Gefühl nicht voran zu kommen. Die Charaktere hatten ihre eigenen Handlungsstränge, aber wie genau passen sie nun eigentlich zusammen? Die Geschichte an sich nahm keine Fahrt auf, doch dafür die Geschichten der einzelnen Charaktere. Die Liebesgeschichte hätte meiner Meinung nach aber nicht eingebunden sein müssen. Es war ein netter zusätzlicher Faktor, doch manchmal eher Fehl am Platz.
Das Ende erging mir dann wie der Mittelteil. Die Charaktere hatten alle ihren eigenen Erzählstrang und entfernten sich gegen Ende wieder voneinander, anstatt zusammen zu arbeiten. Jeder war an einem Ort, zog dort sein Ding durch und Ende. Das Ende kam ebenfalls sehr abrupt und einfach. Für mich blieb da die Spannung etwas zu weit entfernt, da die Charaktere einfach wirkten, als würden sie genau wissen, ob sie gewinnen oder verlieren. Es waren keine wirklich überraschenden Wendepunkte vorhanden. Die speziellen Gründe warum das so ablief, wurden schon vorweg aufgearbeitet. Meiner Meinung nach eine Geschmackssache, ob man durch eine gute Erklärung zufrieden ist, dass das Ende wie erwartet eintritt oder ob man - wie ich - trotzdem noch berauschende Wendungen braucht. Ich liebe es Unerwartet. Das soll die Wirkung des Endes aber gar nicht schmälern. Wem besagter Faktor nichts ausmacht, der wird das Ende in vollen Zügen genießen können. 
Dafür wurden zum Schluss noch einmal Punkte aufgearbeitet, an die ich kaum noch dachte, die aber ihre Bedeutsamkeit nicht verloren haben. Zum Beispiel gab es im Buch eine besondere Art der Kommunikation, die ich zuvor noch nie so gelesen habe. Diese gilt für mich besonders erwähnenswert. Auch wichtig war der Weg zum Erwachsen werden, den man am Ende nur zu deutlich merken.

Charaktere

Die verschiedenen Charaktere hatten definitiv alle eigene und unterschiedliche Eigenschaften. Ist die eine von ihrer Kindheit frustriert und sie die Hoffnung durch einen Traum, so ist eine Andere auf Revange aus und möchte sich darauf möglichst gut vorbereiten. Doch alle weisen eine Gemeinsamkeit auf: Den Willen. Eisern kämpfen sie für das, was ihnen lieb und teuer ist und würden dafür auch über Leichen gehen.
Die Motivationsgründe waren für mich allesamt verständlich. Natürlich hat man im Buch so seine Lieblinge und auch wenn ich manches persönlich nicht nachvollziehen konnte, weil ich es im richtigen Leben so nie machen würde (aber dann Fantasy lese *lach*), so gab mir der Autor das Gefühl, ich könne es nachvollziehen. Eine seltene und tolle Eigenschaft.

Cover & Titel

Hier möchte ich ein wenig vergleichen, denn das oben abgebildete Cover ist das der Taschenbuch Ausgabe. Rechts zu sehen das Hardcover. Ich muss zugeben, dass mir das Hardcover ein Stück besser gefällt, da es symbolischer ist. Die Schwerter bringen einen wichtigen Faktor im Buch zum klingen, den es auf dem Taschenbuch-Cover nicht so gibt. Für mich hat diese Verbundenheit zwischen Banneisen und Schneeklinge einen wichtigen Faktor, da es ein sehr großer Antrieb ist für Beide. Während das Taschenbuch-Cover eher eine Schlüsselszene zeigt, zeigt das Hardcover den Tiefgang des Buches. Das Licht erkennt man hier auch weitaus deutlicher.
Der Titel ist sehr passend, insofern der Autor es auch noch einmal selbst sagt: "Jeder der Protagonisten sucht das Licht hinter den Wolken." Und auch im Buch wird dieser Schlüsselsatz erwähnt.

Schreibstil & Sichtweise

Den Schreibstil des Autors kann ich nicht genug loben. Darin erkennt man echt Fantasie der feinsten Klasse und ich greife gerne wieder zu einem Buch des Autors. Hinter jeder der Formulierungen steckt ein Gedanke, der Autor assoziiert wichtige sprachliche Szenen mit Szenen aus seiner Vorstellung und kombiniert diese.
Geschrieben ist das Buch aus den Sichten von den Protagonisten April, Janner und Cassiopeia. Teilweise auch aus Sariks (der Zauberer) Sicht.

Zitat 

"Wir alle sind gebunden, durch unser Wort oder unsere Schuld, und die Vergangenheit lässt uns nicht ruhen."
-Seite 85

Fazit

Ein durchaus tolles Fantasywerk, dass mich begeistern konnte. Allerdings sollte man sich für das Buch Zeit nehmen können oder sich wichtige Dinge herausschreiben. Die Handlungsstränge aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind alle so dicht verstrickt, dass manchmal Infos verloren gehen.



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