Freitag, 23. September 2016

[Rezension] Julia Zieschang - Sturmphönix

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Phönix - Saga
Seiten: 261
Kauf: Kindle

Inhalt 

Die Eisphönixe wollen Caros Kräfte unbedingt für sich gewinnen, um die Feuerphönixe in dem seit Jahrhunderten andauernden Krieg endlich zu besiegen. Und dazu ist ihnen jedes Mittel recht, sogar Caros Freunde in ihre eiskalten Fänge zu ziehen. Denn laut einer uralten Prophezeiung soll sie die stärkste aller Phönixe sein und damit die größte Gefahr seit Phönixgedenken. Verzweifelt versuchen Vincent und sie das Rätsel um die Prophezeiung zu entschlüsseln, bevor es zu spät ist. Denn Caro birgt in sich einen Sturm, der jeden zu vernichten droht, den sie liebt. Auch Vincent...



Meine Meinung

Allgemein

Es fällt mir immer wieder schwer meine Kritik einem Buch entgegenzubringen, welches schon unzählige positive Reaktion hat. Doch irgendwie fehlte mir in diesem Buch das gewisse Etwas, das mich packte und nicht mehr los lies. Aber der Reihe nach...
Zuerst ging das Buch spannend los. Man setzt dort ein, wo der zweite Band aufhört und was ich damals als "Das könnte interessant werden" definiert habe, war dann auch sehr interessiert. Die Protagonisten erlangen neue Infos um ihre Persönlichkeit und gehen ein großes Stück des Weges der Selbstfindung.
Doch dann ging es auch schon los. Es passiert einfach nichts Neues. Seid Band 2 kennt man nun prinzipiell alle Infos. Die Protagonisten versuchen einen Plan zu schmieden, schaffen sie jedoch nicht, wodurch sie mehr improvisieren als alles andere. Was natürlich sehr viel menschlicher ist, aber für mich gegen so große Persönlichkeiten wie Friedrich und Arthur einfach keine Chance hat. Beide studieren die Phönixe seit ihrer Geburt, wurden von ihren Eltern unterrichtet, wollen ihre Linie am Leben erhalten. Da möchte man meinen, sie seien besser vorbereitet, aber dazu später.
Nach einem guten Drittel des Buches dann das Aufhorchen: Jemand wurde entführt! Endlich kommt ein wenig Spannung rein und ich wollte wissen, wie diese Person jetzt wieder befreit wird. Dabei wurde die Angst der Protagonisten wirklich sehr schön dargestellt. Diese innere Zerrissenheit war regelrecht spürbar. Doch das war es dann auch wieder. Hier wurde einer nach dem anderen durch die Gefangennahme gereicht und jeder kam relativ einfach da wieder raus. Viel zu einfach.
Danach nähern wir uns schon in langsamen Schritten dem Finale, welches schon extrem früh einsetzt. (So ab 60% des Buches). Erneut hat niemand einen wirklichen Plan und hofft auf den Bluff. Und ich dachte mir, als hauptsächliche Fantasyleserin, dass es mit einem Bluff beginnt und dann entdeckt sie plötzlich ihre Einzigartigen Fähigkeiten und liefert sich einen guten Kampf, oder ein interessantes Rätsel, aber weder noch.
(Wer sehr extrem mit Spoilern ist, sollte nun das Programm wechseln)
Zuerst ging es los mit einer Meeeeeeeeeenge Gerede über Dinge, die der Leser nun schon Ewigkeiten weiß. Also mal wieder nichts Neues. Nur Wiederholungen im Finale. Folgend mit einem Angriff auf jeder Seite. Einmal Eisstrahl, einmal Feuersäule. Danach wurde eine Menge hin und hergehetzt, da die Protagonistin sich sofort opfert und somit kaum noch was von der Außenwelt mitbekommt. Man liest nur noch von Verletzten und wie Leid der Protagonistin das alles tut und wie sie sich in allem und jeden geirrt hat, was ich mir jedoch relativ früh denken konnte.
Die ganze Prophezeiung um den Phönix, um dass sich Band 2 und 3 drehten ist irgendwie... futsch! Weg! Verloren! Ein paar Seiten später kommt sie jedoch wieder. Nachdem sich eine von der "Bösen" Seite auf die "Gute" geschlagen hat und jeden mal eben so mit einer Fingerberührung lahm legt, findet die Prophezeiung nun doch ihr Ende. Die Beschreibung und Entstehung des Phönix fand ich wirklich wunderschön, keine Frage. Aber das war so die Stelle für mich, auf die ich als Leser gewartet habe. Der Phönix, die Prophezeiung. Und dann ist das alles wieder nach nur wenigen Seiten vorbei. Der Phönix verliert eine Feder und danach gibt es einen sofortigen Cut der Geschichte. Einfach vorbei! Was ist mit dieser Feder? Sie wird noch einmal erwähnt, weil die Protagonistin keine Ahnung hat, ob es eine Illusion war oder sie jemand aufgehoben hat. Dürfen wir jetzt auf einen Prequel hoffen, oder ist die Feder einfach so weg. Ohne Bedeutung?
Und die Phönixkräfte? Der Phönix konnte nur durch die absorbierten Kräfte auferstehen, aber wie super langweilig ist das denn nun, dass es einfach keine Menschen dieser Spezies mehr gibt? Die Phönixe sind nie abgehoben, waren normal studieren, treffen normal ihre Freunde und jetzt verbindet sich absolut gar nichts mehr übernatürliches. Sehr schade um die Kräfte.
(Ihr habt den Spoiler erfolgreich überwunden und könnt nun weiterlesen!)
Das Finale ist nun also schon vorbei und noch immer hatte ich 20% im Buch zu lesen. Es findet nun eine Art Zusammentreffen statt von allen Haupt- und Nebencharakteren, die die Protagonistin durchs Buch begleitet haben. Für mich wirkte es so, als wäre jedem ein Inhalt von zwei Sätzen vergönnt und dann wird schon wieder auf den nächsten gewechselt. Das Gespräch verfehlte irgendwie die Wirkung bei mir. Zudem waren die Andeutungen die dort gemacht wurden bezüglich der beiden Protagonisten wieder zu offensichtlich. 

Charaktere

Die Charaktere in diesem Buch sind echt total liebenswürdig... oder eben auch miesepetrig. Wie es die Autorin gerade möchte. Die Autorin hat über alle drei Bände die Charaktereigenschaften aufrecht erhalten können und Charaktere erschaffen, die einem im Herzen bleiben. Aufrichtig, loyal, zielstrebig.

Schreibstil & Sichtweise

Genau der Schreibstil war es immer wieder, der mich durch alle drei Bücher trieb. Egal ob es spannend oder langweilig war, der Schreibstil zog mich einfach in den Bann.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Caro.

Cover & Titel

Das Cover ist richtig schön geworden. Ich habe es schon vor dem Buch geliebt, doch durch das Buch erfährt man noch die ein oder andere Bedeutung mehr.
Caro wirkt hier sehr selbstsicher und verwegen. Ihr fallen die Haare ins Gesicht, so wie es des Öfteren an wichtigen Stellen im Buch beschrieben wurde. Die Farbe lila stellt die Vermischung von Feuer und Eis dar. Außerdem liebe ich noch immer die Schatten der Phönixfedern auf ihrem Gesicht.
Auch der Titel ist passend, da für Caro die Vermischung aus Eis und Feuer wie ein Sturm ist und wohl die ganze Situation im Buch wie die Ruhe vor dem Sturm wirkt.

Zitat 


"Ich brauchte sie beide. Feuer und Eis. Sie waren alles was ich hatte, woraus ich bestand, was mich ausmachte. Meine Familie." 
- Position 776


Fazit

Leider konnte mich der letzte Band der Phönix-Saga überhaupt nicht überzeugen. Es konnte mich einfach nicht packen, für mich gab es viel zu viele Wiederholungen des bereits offenbarten Wissens und zu viel Gejammer statt Action. Aber die Autorin würde ich definitiv weiterempfehlen, da mich ihr Schreibstil überzeugt.




Kommentare:

  1. Ahoy,

    schöne Rezension, der ich absolut zustimme! Da wird über zwei Bände etwas aufgebaut, nur um es dann so "langweilig" und unspektakulär zu lösen... Na toll!

    Für die "Rezensionen" zu Band 2+3 habe ich ein neues Format geschaffen, da mir eine umfangreiche Bewertung sehr schwer fiel... Vielleicht magst du ja mal reingucken?

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/09/eisphonix-sturmphonix.html

    P.S.: Sehe gerade, dass dir Beauty Hawk nicht so gefallen hat - gut, dass ich es nicht angefordert habe ^^ Und Narnia 03 (?) habe ich mir ausgeliehen, fand aber auch die ersten beiden nicht sooo doll ^^

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    1. Huhu!

      Jemand, der mich versteht! Ich dachte schon ich bin alleine *lach*
      Zu Beauty Hawk habe ich mich auch schon ausgelassen, der Post geht wohl kommende Woche online. Viele waren begeistert, aber ich fand es auch unspektakulär, schlecht gelöst und konnte mich überhaupt nicht bildlich hineinversetzen.
      Nebst der naiven Protagonistin...
      Von Narnia war ich eigentlich begeistert. War nur dieser dritte Band.
      Ich schau mir gleich mal deine Rezi an :)

      Liebe Grüße,
      Lydia

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