Mittwoch, 26. Oktober 2016

[Rezension] Carina Mueller - Hope & Despair, Hoffnungsnacht

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Hope & Despair, Band 2 von 3
Seiten: 332
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

Sie standen einst für die besten Gefühle im Menschen: die sechs Probas, die der Erde geschenkt wurden, um das Gute zu unterstützen. Doch nach ihrer Entführung erkennt Hope ihre bislang so bildhübschen und sanftmütigen Schwestern kaum noch wieder. Modesty strotzt vor Überheblichkeit, Love sprüht vor Aggression und die anderen sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Dafür lernt Hope am sonst so düsteren Despair Seiten kennen, die sie niemals für möglich gehalten hätte, und entwickelt immer tiefere Gefühle für ihn. Aber als einige ihrer Schwestern plötzlich verschwinden und die Leiche eines blonden Mädchens aufgefunden wird, bei der es sich eigentlich nur um eine Proba handeln kann, nimmt alles eine unerwartete Wendung…

Meine Meinung

Allgemein

Nachdem mir der erste Band gar nicht so gefallen hat, habe ich trotzdem zum Zweiten gegriffen und gehofft. Im Allgemeinen gefiel mir dieser Band auch weitaus besser als der erste.
Seit der Umschulung merkt man keinem der Charaktere mehr seine auszeichnende Eigenschaft an. Doch nicht nur bei den Pros trifft das zu, auch die Impros verändern sich. Das brachte natürlich etwas Fahrt in die Geschichte, obwohl ich stark bezweifle, dass nach all den Jahren Drill und Übung durch das Gegenstück der Charakter sich einfach so schnell ändert.
Mit dieser Veränderung legen sich auch die immensen Schimpfwörter. Zwar behandeln sich die Impros noch immer rabiat, aber eben nicht mehr so extrem.
Die Story an sich hängt sich an einem Punkt wieder selbst auf. Waren am Ende des ersten Bandes fast alle wieder vereint, so sind sie am Ende des zweiten Bandes wieder fast alle getrennt. Aber meist, weil sie freiwillig getrennte Wege gehen und nicht, weil durch spannende Szenen jemand verschwunden ist. Eigentlich ist es so, dass die Impros nun alle ankommen, während die Pros alle abhauen.
Dem potenziellen Bösewicht, den die Autorin einbaute, konnte mich nicht recht überzeugen. Das Ende bietet einen Cliffhanger, der die Spur auf ihn führt, doch ein Gefühl in mir sagt mir einfach, dass er nichts mit der Sache am Hut hat. Das nimmt für mich auch das Hibbelgefühl auf Band 3. Natürlich ist er nicht der Einzige, der die Geschichte aufrühren soll und in einigen Situationen konnte ich mich auch täuschen lassen, aber bei einem Großteil der Situationen war es vorhersehbar für mich. Schade.

Charaktere

Die Pros und Impros wechseln einmal ihre Seiten. Natürlich übernimmt niemand komplett die Eigenschaften des gegensätzlichen Pros/Impros, doch nun scheint es, als seien die Guten die Bösen und Andersrum. Da es sehr viele Charakter sind, ist mir jetzt niemand besonders ans Herz gewachsen.
Einzig und allein Vic schloss ich in mein Herz. Vermutlich gerade weil sie eigentlich nicht in die Geschichte verwickelt sein sollte, es aber dennoch ist. Als unerschrocken und mutig kann man sie beschreiben. Sie hat ihren Humor nicht verloren, schließlich ist sie auch nicht komplett involviert.

Schreibstil & Sichtweise

Das Buch ist flüssig lesbar. Der Schreibstil ist angenehm und leicht lesbar. Die Schimpfwörter sind ein wenig zurück gegangen und man spürt nur noch ab und zu das Grobe durch.
Geschrieben wurde das Buch in der Ich-Perspektive von Hope und Despair.

Cover & Titel

Erneut wurde das Cover in der Mitte geteilt. Links Despair auf Dunklem Grund und heller Schrift und links Hope auf hellem Grund und dunkler Schrift. Beide sind voneinander abgewandt und schauen zur Seite. Despair argwöhnisch und Hope neugierig/schüchtern. Allerdings kann man es auch so deuten, dass beide zueinander herüber schielen. Ich persönlich mag aber Hope nicht so sehr. Vor allem auf dem Cover des Finales sieht sie für mich arrogant aus und so gar nicht, wie im Buch beschrieben.
Der Titel "Hoffnungsnacht" bezieht sich für mich auf zweierlei Dinge. Am Anfang der Geschichte könnte die Hoffnung sein, dass die Schwestern zurück sind und hoffentlich wieder zur Besinnung kommen. Gegen Ende besteht die Hoffnung auf ein normales Leben mit den Impros. Die Hoffnung in der Dunkelheit. In der Nacht.

Zitat 

"Klar: Macht zu haben ist einerseits geil. Aber sie ist zu stark, Despair. Sie ist wie ein großes schwarzes Loch, das alles nach und nach in sich aufsaugt, und davor habe ich Angst."
- Position 3319

Fazit

Der zweite Band überzeugte mich definitiv mehr, als der erste. Doch oft war es für mich vorhersehbar oder ohne Spannung und auch mit den Charakteren kann ich nur bedingt warm werden, da es einfach so viele sind. 



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