Dienstag, 11. Oktober 2016

[Rezension] Johanna Danninger - Secret Elements, Im Dunkel der See

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Secret Elements, Band 1 von momentan 2 (vermutet 4)
Seiten: 297
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt

Die 17-jährige Jay hält sich nur an ihre eigenen Regeln. Sie gilt als aufmüpfig und unkontrollierbar, versteckt ihr feuerrotes Haar und ihre blasse Haut unter schwarzen Klamotten und schlägt sich als Barkeeperin heimlich die Nächte um die Ohren. Bis ihr eine fremde Frau ein antikes Amulett überreicht, das kostbarste Geschenk, das sie je bekommen hat. Fatalerweise kann sie es, einmal angelegt, nicht mehr ablegen und befindet sich plötzlich in einem Geflecht aus übermenschlichen Agenten und magischen Bestimmungen. Dabei soll sie ausgerechnet der arrogante Lee, der Menschen grundsätzlich für schwach hält, beschützen. Wenn er nur nicht so unglaublich gut aussehen würde…


Meine Meinung

Allgemein

Zugegeben: Am Anfang war ich noch sehr skeptisch.
Direkt auf der ersten Seite wurde ich umgehauen von einer unglaublich toughen Protagonistin. Sie kleidet sich düster, sie hasst Aufmerksamkeit und bei doofen Kommentaren giftet sie gekonnt zurück. Davon wurde ich zunächst überrumpelt, doch nach einiger Zeit gewöhnte ich mich an ihre Art und fing an sie zu wertschätzen. Keine Protagonistin die sich in der Ecke verkriecht, aber auch keine, die alles hinnimmt.
Auch als sich langsam an die Geschichte herangetastet wurde war ich noch skeptisch. Eine Parallelwelt, ein ultramoderner, riesiger Wohnkomplex. Gerne bin ich im Sci-Fi Genre eigentlich nicht unterwegs, aber da für mich die Inhaltsangabe sehr Fantasybehaftet klang, las ich weiter. Außerdem gefiel mir der Schreibstil gut, er war flüssig und die Geschichte dennoch interessant.
Meine Zweifel legten sich dann auch ziemlich rasch, als die Geschichte rund um den Orinion anfing. Man erfährt ziemlich wenige Informationen, doch erstaunlicherweise machte mir das diesmal gar nicht so viel aus. Ich genoss die Zeit, die Protagonistin Jay mit ihrem Team verbrachte, welches sie in die Anderwelt brachte.
Nach und nach kristallisierte sich dann die wahre Geschichte heraus. Die Bestimmung des Orinion-Trägers. Endlich kamen wir auch dem Titelnamen etwas näher, denn Jay muss dem Orinion erst Kräfte verleihen und die Elemente sammeln. Deshalb geht es auf Reisen. Mit ihrem Sturrkopf brachte mich Jay oft zum Lachen. Ihre Reise zu verfolgen war interessant und ein kleiner Spannungsbogen brachte das Ende dann auch mit sich.
Allerdings hätte ich mir alles ein wenig anders vorgestellt.  Der Wassergott war durchaus interessant und ich bin mir sicher, dass er sehr gegensätzlich zu den anderen ist. Eben genau wie sein Element verhielt er sich.
Das Ende war mehr ein vielversprechender Auftakt der Folgebände, als ein richtiger Showdown. Trotzdem bin ich neugierig auf die weiteren Bände. Das Buch hat sich noch zu meiner Freude in eine Richtung entwickelt, die ich Liebe. Mit verschiedensten Wesen, Mythen und Legenden.

Charaktere

Die Charaktere bieten eine Menge unterschiedlicher Charakterzüge.
Ich schloss Samira vom Team 8 sofort ins Herz. Sie ist locker und voller positiver Energie. Sie brachte mich oft zum lachen.
Auch die anderen von Team 8 sind allesamt nett. Vor allem das Morgenmuffel-Syndrom brachte mich zum lächeln.
Der Einzige mit Aufwärmschwierigkeiten war und ist Lee. Doch auch er hat seinen guten Kern und zeigt ihn von Zeit zu Zeit, weshalb ich geduldig auf seinen Auftau-Moment warte.
Lobeshymnen habe ich bereits über Jay vergossen, die zu einer einzigartigen Protagonistin wird, mit ihrer frechen, sturrköpfigen und ehrlichen Art.
Am besten ist aber definitiv Kater Ivan. Katzenfan-Overload!

Schreibstil & Sichtweise

Ich liebe den Schreibstil einfach. Während er durch Jay oftmals rabiat wirkt, da sie lieber sich verkrümmelt und in schwarz kleidet, so wechselt die Autorin in Jay guten Momenten auch oft ins malerische, wo ich mich richtig wegträumen kann. Wenn sie die Szenerie beschreibt bin ich woanders. In einem smaragdgrünen Wald mit fluffigen Schäfchenwolken zum Beispiel.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Jay.

Cover & Titel

Die Farben des Covers sind richtig schön. Die Farben des Meeres wirken wie bei einem Sturm, wenn der Himmel sich zuzieht und alles düster wirkt. Was wirklich schön mit dem Titel "Im Dunkel der See" harmoniert. Über dem Reihentitel "Secret Elements" sieht man das Orinion mit den vier Zeichen für die vier Elemente. Ich liebe das Aussehen des Amulettes.

Zitat

" 'Das größte Problem der Menschen ist, dass sie ausschließlich in der Gegenwart leben. Kaum einer von ihnen schwert sich um die Zukunft, weil sie glauben, dass sie sie ohnehin nicht erleben werden. Gleichzeitig trauern sie der Vergangenheit nach, weil da alles besser war. Irgendwie paradox, findest du nicht auch?' " 
- Position 3374

Fazit

Das Buch hat zuerst Skepsis in mir erweckt, da es in Richtung Sci-Fi ging. Doch nach und nach kristallisierte sich die wahre Geschichte heraus und die Autorin überzeugt mich mit dem Charme ihrer Welt und Charaktere. Die Geschichte hat definitiv eine Menge Potenzial und als Auftaktband war es völlig in Ordnung.





Kommentare:

  1. Mir hat das Buch super gefallen und ich fiebere schon dem 2. Band entgegen :D

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich auch... aber irgendwie habe ich jetzt schon Bammel davor, die Welt verlassen zu müssen, obwohl es noch ungefähr ein dreiviertel Jahr dauert. D:

      Liebe Grüße

      Löschen