Sonntag, 30. Oktober 2016

[Rezension] Laura Whitcomb - Silberlicht

Verlag: PAN
Reihe: Silberlicht, Band 1 von 2
Seiten: 320
Kauf: Gebunden - Taschenbuch (Nur noch Restexemplare)

Inhalt

Helen ist tot. Und doch ist es ihr nicht vergönnt, ins Himmelreich aufzusteigen. Als durchsichtiger Schatten einer einst wunderschönen Frau bleibt sie auf Erden gefangen. Niemand sieht sie und niemand kann sie berühren. Sie ist die stille Muse ihrer »Bewahrer«, allesamt Schriftsteller, denen sie die richtigen Worte einflüstert und die nie etwas von ihrer Existenz erfahren werden. Bis eines Tages ein Siebzehnjähriger ihr Leben verändert: Er blickt Helen direkt ins Gesicht und … er lächelt! Im Körper des Schülers steckt James, ebenfalls eine Lichtgestalt. Er ist fasziniert von Helens Schönheit, und vom ersten Augenblick an wissen die beiden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nun müssen sie alles daransetzen, einen menschlichen Körper für Helen zu finden. Eine abenteuerliche Suche beginnt …



Meine Meinung

Allgemein

Magisch verzaubert wurde ich direkt mit den ersten paar Sätzen. Die Autorin hat einen einzigartigen Schreibstil, denn ich nur selten bislang so erlebt habe. Mit viel Magie und Gefühl konnte ich die Emotionen und Empfindungen spüren und wirken lassen. Tiefgründig erzählt Wittcomb von einer geisterhaften Muse, die ihren Weg ins Licht sucht.
An vielen Stellen ist das Buch sehr gehetzt. Man springt von einer Situation in die nächste und man bekommt großteils die Liebe und die Probleme mit denen Helen und James - den sie während des Buches trifft - kämpfen müssen. Sie lernen, dass man sich selbst treu bleiben sollte und nicht einfach sein Leben ersetzen kann. Wie kostbar man ist und wie. Wer also viel Spannung erwartet, ist hier fehl am Platz. Auch die Liebe entwickelt sich rasend schnell. Doch trotzdem konnte ich das Buch in vollen Zügen genießen.
Die Geschichte weist indirekt auf seelische Krankheiten hin, weshalb sich diese nicht mehr im Körper wohlfühlt und es muss. Hier bekommt der Spruch "Man muss dem Körper Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen" von Teresa von Àvila eine ganz eigene Bedeutung.

Charaktere

Helen ist sehr alt und hatte schon viele "Bewahrer". Und von Mr. Brown, an den sie aktuell gebunden ist, sollen wir etwas mehr erfahren. Er ist der Erste, der sein Leben nicht alleine fristen möchte und eine Familie gründet. Er ist Helens Anreiz etwas zu ändern. Zu akzeptieren, dass jeder für sein Glück verantwortlich ist. Er ist wichtig für sie und inspiriert sie, so wie andersrum. Er war eine liebenswerte Seele.
Dann sind da noch Helen und James. Beide mit feinem Benehmen aus der Zeit, aus der sie stammen. Man merkt es an einigen Stellen, doch das Buch deutet jetzt nicht übermäßig darauf hin, durch alte Sprache. Das gefiel mir sehr. Beide sollen über ihr Schicksal entscheiden, denn in ihrem Kopf haben sie etwas schreckliches verdient, doch wie die Realität aussieht, müssen sie selbst erfahren.
Dann sind da noch die Familien in denen die beiden Unterkommen. Die eher ärmliche Familie, die sich lieben und die angeblich glückliche und reiche Familie, die ein heuchlerisches Leben führen und unglücklich sind. Zwei Gegensätze nach dem Motto "Sein ist Schein".
Wunderschön ausgearbeitete Charaktere mit viel Liebe und Seele !

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben wurde das Buch in der Ich-Perspektive von Helen, was die Gefühle und Gedanken noch intensiviert. Der Schreibstil ist magisch und liebevoll. Man erkennt Helens und James Denkweise aus ihrem Zeitalter, ohne das es übertrieben dargestellt wurde.

Cover & Titel

Auf dem Cover sieht man Helen, die die Augen geschlossen hat und seelig lächelt. Ihre Haare wehen, als ob sie von etwas mitgezogen oder gepackt wurde. Wie im wehenden Wind. Sie ist sehr blass im Hintergrund gezeichnet, was eventuell ihr Dasein als Licht darstellen soll. Das goldige Licht geht über in einen silbernen Ton. Zusammen sieht man das "Silberlicht".
Die Figuren bezeichnen sich in der Geschichte selbst als Licht. Zudem sehen Helen und James sich manchmal gegenseitig in einem gräulichen Schimmer. Daraus setzt sich der Titel zusammen.

Zitat

"Ich starrte auf das Aquarium und ließ mich von den geschmeidigen, blattförmigen Wesen darin hypnotisieren. Ihre Behausung sah so schön und friedlich aus. Doch vielleicht war die Aussicht von innen eine ganz andere."

Fazit

Das Buch spielt sich in einem schnellen Tempo ab, sollte aber nicht störend sein. Zudem wird hier wohl niemand auf ein super spannendes Finale treffen. Wer aber ein magisches Buch, voller Botschaften lesen möchte, der ist hier genau richtig. Eine berührende Geschichte.




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