Montag, 10. Oktober 2016

[Rezension] Valentina Fast - Belle et la magie, Hexenherz

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Belle et la magie, Band 1 von 2
Seiten: 468
Kauf: Kindle

Inhalt 

Die 17-jährige Isabelle Monvision lebt in den Tiefen eines so geheimen Walds, dass niemand ihn betreten kann, ohne vorher in einen festen Schlaf zu verfallen. Wie alle Hexenmädchen ihres Dorfs muss sie von Kindesbeinen an nicht nur Rechtschreibung und Mathematik lernen, sondern sich auch in der Zauberei üben. Dass das nicht immer so klappt, zeigt sich, als Belle auf einer Pariser Studentenparty den gut aussehenden, aber viel zu arroganten Gaston in eine Kröte zu verwandeln versucht – was ihr nicht ganz gelingt. Doch Belle ist nicht nur irgendeine Hexe, sondern die Tochter der Hexenkönigin, und hat für ihre Fehler geradezustehen. Um den Zauber wieder rückgängig zu machen, muss sie Gaston in den Magischen Wald bringen. Worauf er nur gewartet hat…

Meine Meinung

Allgemein

Man steigt in das Buch an einer Stelle fernab der eigentlichen Szenerie ein. Direkt am Anfang findet dann auch schon die ausschlaggebende Situation statt, die das Leben der Protagonistin komplett auf den Kopf stellen soll: Aus versehen geht ein Zauber von ihr schief, zudem darf sie doch gar nicht außerhalb zaubern...
Die Welt der Protagonistin Belle ist faszinierend. Sie lebt im Wald der Hexen. Ein Wald der nicht nur Platz für Hexen bietet, doch alles außerhalb des Dorfes ist verbotene Zone für die Tochter der Hexenmeisterin. Doch die hat sowieso gerade ganz andere Probleme. Sie muss nämlich ihren misslungenen Zauber rückgängig machen, der leider an einem der widerlichsten Personen gescheitert ist, die sie kennt. Und dieser Typ wohnt nun bei ihr.
Ich war sehr lange am rätseln über ihn, denn auch für mich war es ein Rätsel, wer genau er nun ist. Durch ganz seltene Kapitel aus seiner Sicht entfachte sich nur noch mehr die Neugierde.
Doch nicht nur der widerliche Gaston geriet in meinen Fokus, sondern auch die beiden besten Freunde von Belle. Auch sie verbergen ihr Geheimnisse und ich hatte ganz schön zu knabbern an ihnen. Hier war definitiv nichts entscheidendes für mich vorhersehbar.
Die Geschichte spielt sich zum einem Großteil ihm Dorf ab, doch langweilig wurde es dort nie. Es gab immer wieder etwas neues zu entdecken: Belles Großmutter, der Zauberladen von Belles bester Freundin Sandrine, Zauberrituale und vieles mehr.
Zudem bergen sich die Geheimnisse an jeder Ecke. Als dann eine Katastrophe ins Dorf hereinbricht hatte mich die Autorin komplett. Ich ließ mich von ihr an der Nase herumführen und fieberte mit.
Die Autorin schreibt logisch, spannend und mitfühlend. Zudem beschränkt sie sich nicht nur auf das Dorf der Hexen, sondern führt den Leser in die Welt außerhalb dieser Komfortzone.
Es war wunderbar die Wesen des Waldes kennen zu lernen. Die Schönheiten und die Gefahren und zu gerne würde ich ein Buch der Autorin lesen, indem es nur um diese Wesen oder eine Gattung geht. Zum Ende hin geht die Reise von Belle und Gaston zu Ende. Sie erreichen ihr Ziel. Es findet kein großer Showdown mehr statt. Eher macht die Autorin einen Cut, um nahtlos in den zweiten Band übergehen zu können. So wirkt es. Vermisst habe ich dieses Finale allerdings nicht. Alles war für mich stimmig und ich bin total gespannt, was die verschiedenen Schicksale den Charakteren noch bringen mag und bin mir sicher, dass ich einen spektakulären Showdown im zweiten Band bekomme.

Charaktere

Die Charaktere kann ich allesamt mit einem Wort betiteln: Geheimnisvoll.
Jede aktiv beteiligte Person birgt hier sein Geheimnis und trägt ein Paket mit sich rum. Viele davon lösen sich auch noch nicht im ersten Band und ich hoffe, dass sich meine Fragezeichen mit dem Folgeband in Luft auflösen.
Ich finde es schön, wie die Autorin relativ viele Charaktere in die Geschichte einbindet, ohne dass diese überladen wirkt oder unübersichtlich wird.
Am meisten ans Herz gewachsen sind mir Sandrine und die Großmutter. Sandrine folgt ihrem Herzen und die Großmutter ihrem Verstand. Zusammen bilden sie mit Sicherheit ein tolles Team und ich bin gespannt, was die Großmutter noch auf dem Kasten hat.
Die Protagonistin ist Französin und auch die Handlung spielt in Frankreich. Regelmäßig bekommt man einfache und gut zu verstehende Vokabeln auf französisch, die Belle so herausrutschen. Dies gab ihr noch einmal einen eigenen Flair und ist eine schöne Idee.
Auch die Katze Pinki ist mir ans Herz gewachsen, auch wenn sie gen Ende viel zu oft erwähnt wurde. Eine besondere und witzige Idee.

Schreibstil & Sichtweise

Valentina Fast schafft eine eigene Welt in der es viel zu entdecken gibt. Sie beschreibt bildlich und detailliert, sodass man gut in diese hineinfindet. Die Spannung bleibt konstant, selbst wenn gar nicht viel passiert. Man ist immer am rätseln, mitfiebern und lauern. Den Wesen aus dem Wald konnte sie einen eigenen Charme verleihen.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus Belles Sicht in der Ich-Perspektive. Zwei, drei Kapitel wurden Gaston gewidmet und auch Sandrine durfte zum Schluss einiges aus ihrem Leben erzählen. Somit war man an zwei Orten gleichzeitig.

Cover & Titel

Das Cover wirkt mystisch und geheimnisvoll. Die düstere Gestaltung wirkt dem mystischen eher entgegen, statt dieses Empfinden zu schmälern. Man sieht Belle in ihrer normalen Hexenkleidung im Wald stehen.
"Belle et la magie" heißt einfach nur soviel wie "Belle und die Magie", wenn ich mich nicht irre. Klingt in französisch viel besser, definitiv, und ist zudem selbsterklärend. Auch der Untertitel "Hexenherz" finde ich sehr schön gewählt, da Belle in ihrem Herz ihrer Herkunft immer treu bleibt, egal was kam und noch kommen wird.

Besonderheit

Zu Beginn eines jeden Kapitels ist ein kleiner Auszug aus dem Tagebuch einer Hexe oder dem Regelbuch der Hexen. Oftmals auf das Kapitel bezogen oder allgemein auf das Buch. Das kleine Sahnehäubchen eines jeden Kapitels.

Zitat

"Es wäre traurig ohne die Magie. Sie ist so kostbar, eben ein Teil von mir. Menschen sind unwissend, blind für all die Wunder um sie herum."
- Position 1848

Fazit

Eine wunderbare neue Welt der Hexen. Die Historie interessierte mich und die Geschichte konnte mich packen. Einfallsreiche Idee und definitiv nicht vorhersehbar. Zwar gab es keinen großen Showdown im Finale, doch ich bin mir sicher, der wird noch folgen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen