Mittwoch, 22. Februar 2017

[Rezension] Ann-Kathrin Wolf

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Märchenherz, Band 1 von 3
Seiten: 312
Kauf: Kindle

Inhalt 

Mit dem Auftauchen des ungewöhnlich jungen und viel zu attraktiven Referendars William Grimm an ihrer Schule scheint das Leben der 17-jährigen Alexandra White auf einen Schlag ein anderes zu werden. Nicht genug, dass ihre Großmutter als Märchenerzählerin arbeitet und Alexandra dank ihrer blassen Haut »Schneewittchen« genannt wird, auf einmal verfolgen sie die Erzählungen bis in den Unterrichtsstoff hinein – und darüber hinaus. Denn wer sind die Zwillinge Lukas und Gabrielle, die auch neu an ihrer Schule sind? Und warum riecht es plötzlich überall nach Wolf? Ehe sich Alexandra versieht, befindet sie sich in ihrem eigenen Märchen, nur ist das Happy End noch lange nicht in Sicht…


Meine Meinung


Geschichte

In dem ersten Teil der Märchenherz-Reihe geht es um Alex, die besondere Gene trägt. Sie selbst weiß von diesen nicht, doch zu ihrem 18. Geburtstag soll sich alles ändern und sie kann nicht mehr davon laufen.
Das klingt im ersten Moment ein wenig klischeehaft, doch für mich ist der springende Punkt immer der, wie der Autor die klischeehafte Idee umsetzt. Und mit der Umsetzung war ich zufrieden.
Das Buch spezialisiert sich nicht auf ein Märchen, weshalb man nur bedingt von einer Adaption sprechen kann. In erster Linie geht es um Gene, die selbst für mich überraschend und fragwürdig erschienen, selbst als großer Fan von High-Fantasy-Welten, in denen nichts unmöglich ist. Doch ich habe mich schnell an den Gedanken gewöhnt und konnte die Idee genießen.
Das ganze Buch über werden einem schnitzeljagdtartig Schnipsel an Informationen gegeben, die sich erst am Ende zum großen Ganzen zusammensetzen. So wurde einem weder langweilig, noch blieb die Spannung aus.
Getoppt wurde dies dann von Charakteren, die sich umschleichen, doch der Leser weiß nicht, wer der bösen und wer der guten Seite angehört.
Das Ende war durch und durch spannend. Ich fand zwar die Beziehungen, die zum Vorschein kamen, etwas fragwürdig, doch eher aufgrund moralischer Gründe und nicht der Logik halber. Jeder Charakter - ob normal oder besonders - nahm seine Rolle ein und man fieberte um die Leben seiner Liebgewordenen. Ein tolles, in sich abgeschlossenes Finale, was neugierig auf mehr macht - auch ohne Cliffhanger.

Charaktere

Alex und ihre beste Freundin Lilly sind zwei ganz normale Mädchen, mit der sich vermutlich ein Großteil der Leserschaft identifizieren könnte. Alex lebt mit ihrer Großmutter zusammen, die immer herzlich und liebevoll auf mich gewirkt hat. Der großmütterliche Charakterzug kam wunderbar zum Vorschein.
Obwohl Lilly nur eine Freundin ist, die meistens in Büchern später untergehen, nimmt sie eine große Rolle im Buch ein und das gefiel mir sehr.
Dann gibt es noch Lukas und Will, um die sich meine ganzen Gedanken drehten. Wer ist der Gute, wer der Böse? Sind beide beides? Eine lange Zeit blieb es für mich spannend.

Schreibstil & Sichtweise

Flüssig geleitet ein spannender Schreibstil einen durch das Buch. Geheimnisvoll, nie zu viel oder zu wenig. Zudem konnte ich detailreiche Beschreibungen genießen, die mich in eine andere Welt beförderten.
Geschrieben wurde das Buch in der dritten Person aus der Sicht von Alex. Ab und zu wird jedoch aus der Sichtweise eines Wolfes geschrieben, der einem Rätsel auferlegt, wer dieser den sein könnte und wie er in die Geschichte passt.

Cover & Titel

Das Cover zeigt Alex, auf dessen Aussehen während des Buches noch näher eingegangen wird. Eine weitere Person auf einem Cover, wie es eben so im Trend ist. Umgeben wird Alex von Schneeflocken, die passend zur Jahreszeit im Buch ist. Passend also, dennoch kein individueller Eye-Catcher.
Der Titel wurde passend zum adaptierten Märchen gewählt. Jedenfalls diesem, um das es in erster Linie geht und Alex auszeichnet.

Zitat



"Die Stille, die sie empfing, war Balsam für sie. Niemand war da. Nur zahlreiche Bücher, die sie weder blöd von der Seite anquatschten noch hinter ihrem Rück tuschelten." 
Position 465

Fazit

Ein toller Auftakt, der mit viel Spannung und Unvorhersehbarkeit punkten kann. Man sollte auf jeden Fall nicht ein spezifiziertes, adaptiertes Märchen erwarten, denn hier werden mehrere auf einmal eingebunden. Die Mischung ist gelungen und ist mir positiv aufgefallen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen