Donnerstag, 2. März 2017

[Rezension] Anika Lorenz - Im Blut ein Schwarzbär

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 4 von 6
Seiten: 263
Kauf: Kindle

Inhalt

Nach allem, was geschehen ist, will Emma nur noch weg, den Schmerz hinter sich lassen und neu anfangen. Bei ihren Freunden in New York scheint ihr genau das zu gelingen. Endlich kann sie wieder frei atmen – auch wenn sie von den Gefühlen, die sie zu verdrängen versucht, immer wieder eingeholt wird. Dass es so aussieht, als hätte Nate sich für eine Andere entschieden, und dann auch noch Liam unerwartet vor ihrer Tür steht, macht es Emma nicht gerade einfacher. Nur mühsam lernt sie, dass es egal ist, wie weit sie davonläuft, denn ihre Vergangenheit wird stets ein Teil von ihr sein…und sie birgt noch viele Geheimnisse!


Meine Meinung

Geschichte

Wow! Bei diesem Buch hat es mir wirklich die Sprache verschlagen. Die Autorin legt noch einmal eine gewaltige Schippe an Action und Spannung drauf und setzt alles auf eine Karte - oder in ein Buch.
Denn Emma kann ihrer Identität nicht entfliehen. So muss sie aus New York zurückkehren und gerät direkt in die Fänge der Jäger. Nicht einmal die Hälfte des Buches brauchte es, um die Spannung enorm in die Höhe zu kurbeln. Gerade ist die nervige, aber mittlerweile erträgliche Dreiecksbeziehung, durch eine Entscheidung beendet worden - auch wenn ich zum anderen Team gehörte - und alles könnte perfekt sein, doch nun muss Emma stark sein. In den Fängen der Jägern durchzieht sie eine harte Ausbildung und viele seelische Schmerzen. Ich habe mittgelitten, mitgefiebert und immer nach einem Ausweg gesucht. Einem Satz, den man sich drehen und wenden kann, wie man möchte. Doch den gab es nicht. So steigerte die Autorin die Spannung ins unermessliche. Ich war hilflos, bin mit den Augen über die Seiten gerast und immer wenn ich dachte, dass die Situation nun aufgelöst wird, ging es noch schlimmer.
Das Finale war noch einmal Spannung pur. Bis zur letzten Seite schlug mein Herz höher. Obwohl ich mich noch immer frage, wie man denn einen Zweikampf führen kann, wenn um einen herum hunderte Leute kämpfen, die auf Befehle hören müssen, bat der Kampf viel Stärke und war nichts für schwache Nerven.
Das Ende bietet dann eine Art Cliffhanger. Auf der eine Seite weiß man, was passiert ist. Auf der anderen möchte man unbedingt die Reaktion kennen. Wie geht es weiter? Was passiert nun? Ist das Geschehene umkehrbar?

Charaktere

Emma tat mit in dem Buch so leid. Erst die Liebe, die sie nun endlich gefunden hat und mich ein wenig eingelullt hat, dann die schreckliche Wendung, die sie um ein tausendfaches wieder in ihre Depression hätte stürzen lassen. Ich habe den Moment abgewartet, indem sie wieder in ihre Lethargie fällt, doch sie ist stark.
Nun lernt man auch mehr von Emmas Familie kennen und ich habe zwiegespaltene Gefühle. Einerseits versteht man die Handlungen, andererseits stand ich unwiderruflich auf Emmas Seite. Die Grausamkeit und Naivität nahm mich mit. Hier wurden charakterstarke Figuren geschaffen.

Schreibstil & Sichtweise

Spätestens ab der Hälfte des Buches nimmt der Schreibstil einen komplett gefangen. Man wird von einer schlimmen Situation in die nächste geschoben, findet kaum eine Atempause und möchte das Buch nicht mehr weglegen. Definitiv hat die Autorin den Vogel mit diesem Buch abgeschossen. Auf jeden Fall meine Nerven.
Geschrieben wurde wieder aus Emmas Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel (Vorsicht: Spoiler)

Im gewohnten Stil sieht man Emmas Kopf im Hintergrund und der eines Tieres im Vordergrund. Diesmal ist es nicht ihres, sondern das ihrer Mutter. Das schwarze Fell mit dem silbernen Hintergrund und dem goldenen Schriftzug harmoniert perfekt. Ich liebe es. Es ist ausdrucksstark.
Auch der Titel passt diesmal perfekt. Zuerst dachte ich erst gar nicht dran, doch da ihre Mutter ein Schwarzbär ist, hat natürlich auch Emma die Gene in sich. Das Tier hat sich nur nicht entfaltet, sondern geht es hier wohl eher um die Stärke des Bären, welches durch ihr Blut wallt.

Zitat

"Ich lag in meinem Bett und beobachtete die Zeiger der Wanduhr, die sich unaufhörlich bewegten. Egal was passierte, man konnte sich immer sicher sein, dass die Zeit verging."
- Position 1910

Fazit

Ich bin froh die Reihe trotz Startschwierigkeiten weitergelesen zu haben. Sie entwickelt sich zu einem wahren Schlafräuber und mittlerweile kann ich die Folgebände nur herbeisehnen.




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