Mittwoch, 1. März 2017

[Rezension] Anika Lorenz - In Gedanken ein Steinadler

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 3 von 6
Seiten: 269
Kauf: Kindle

Inhalt

Nachdem Emma etwas getan hat, das sie nie für möglich gehalten hätte, fällt sie in ein tiefes Loch aus Trauer und Angst. Immer häufiger sucht sie Zuflucht in ihrer Tiergestalt und merkt dabei nicht, dass sie kurz davorsteht, nicht nur sich selbst in den Tieren zu verlieren, sondern auch Nate. Denn mit dem Auftauchen der schönen Wölfin Ava scheint es, als hätte er seine Seelenpartnerin gefunden und Emmas Rivalin setzt alles daran, Nates Herz für sich zu gewinnen. Doch ein gemeinsames Ziel macht sie zu Verbündeten: Sie wollen sich an den Jägern rächen, die ihnen so viel genommen haben…



Meine Meinung

Geschichte

Die Autorin verbessert sich mit jedem Buch mehr. Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf, da die Entdeckung der Fähigkeiten nun hinter Emma liegen. Nach dem Endkampf im vorhergehenden Buch hat sie viel mit sich und ihren Gedanken zu kämpfen. So passiert es, dass sie sich einigelt. Oder besser gesagt: Einleoparded. Denn den Anfang des Buches verbringt sie in ihrer Tiergestalt dem Leoparden. Man fühlt förmlich ihre Traurigkeit und wie sie mental in einen Abgrund gerissen wurde, aus dem sie selbst nicht herausfindet.
Gut, dass es da den neuen gibt, den sie Unterrichten soll. Mit seiner bissigen Art hilft er Emma unwissentlich. Ihre Stärke ist spürbar und nie verliert die Autorin aus den Augen, dass sie eigentlich noch ein Trauma zu verarbeiten hat. Mir gefiel es sehr, dass Emma keine Wunderheilung durchlebte.
Man merkt, wie sich langsam alles auf ein Finale ausrichtet. Die Gestaltwandler versammeln sich und kommen aus der ganzen Welt zusammen. Emma lernt neue Menschen kennen und neue Freunde zu schätzen und lieben. Ich fand es super, dass die Autorin einer dritten Lebenspartnerschaft aus dem Weg geht, durch eine andere Unterart desselben Vogels. Nur hätte ich etwas ausgereiftere Pläne erwartet. Denn die Autorin schleust einfach einen Gestaltwandler ein, der schon viel Kampferfahrung hat und seine Strategien werden fast kommentarlos übernommen.
Endlich wird einem mehr Action geboten beziehungsweise laufen alle Wege dorthin. Ein wenig ruhig war das Buch schon noch, doch durch Emmas Verzweiflung und ihrer Verbissenheit sich zurück zu kämpfen kommt die gewisse Spannung auf.

Charaktere

Nebst den gewohnten Charakteren, die mittlerweile alle viel mehr Tiefgang haben und nicht mehr nur an die Liebe denken, lernen wir viele neue Gestaltwandler in dem Buch kennen.
On Top den Löwen William, der in mir gemischte Gefühle breit macht. Natürlich wirkt er wie der liebe Beschützer, der zum grimmigen Löwen wird, wenn jemand zu Nahe kommt. Dennoch ist er ein starker Kontrast zu allen anderen Charakteren. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, nur gewöhnungsbedürftig.
Ansonsten gibt es wieder einen bunten Mix an Persönlichkeiten und nicht alle sind lieb und freundlich. Unterschiedlichste Menschen prallen aufeinander. Da gibt es natürlich nicht immer Harmonie und Ordnung.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil hat mich diesmal sichtlich gepackt und mitgenommen. Die Gefühle kamen bei mir an und zogen auch mich in Emmas Welt hinein. Schmerz, Eifersucht, Liebe, Verzweiflung, Freiheit. So viel kam auf einen zu.
Geschrieben wurde das Buch aus Emmas Sicht in der Ich-Perspektive, welche ihre Gefühle sehr unterstützt.

Cover & Titel

Das Cover ist vom Prinzip her dasselbe, wie auch bei den Vorgängern: Emmas Gesicht wird von der Seite gezeigt, sie schaut in eine Richtung. Vor ihr das Tier, welches mit ihr in dieselbe Richtung schaut. Die beiden gehören zusammen. Halb Mensch, halb Tier. In die Farbe kann man jetzt einiges an Interpretation reinstecken: Adleraugen sind so brilliant, sie sehen sogar das Grün der Wiesen am Boden, Grün für Hoffnung, Grün für alles Mögliche oder auch ohne Grund. Auf jeden Fall gefällt mir die Farbe.
Auch den Titel finde ich diesmal passend gewählt. Ein Adler ist in seinen Gedanken frei. Sie fliegen über die Ebene, frei und zwanglos. Mit ihren scharfen Augen schauen sie nach ihrer Beute. Genau diese Gedanken spiegeln auch Emmas wieder. Sie möchte frei sein, den Zwängen entkommen und Rache üben. Die Jäger sind ihre Beute

Zitat

"Im Verstand des Tieres gab es nichts als Leere, denn ohne Reize erfolgten auch keine Gedankengänge, die Reaktionen auslösten und so konnte ich mich ganz in die Dunkelheit hineingleiten lassen." 
- Position 63

Fazit

Die Autorin steigert sich mit jedem Band. So langsam kommt Fahrt in die Geschichte und man will mehr lesen. Statt dem üblichen hin- und hergeplänkel gibt es endlich Fakten und Entschlüsse.


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