Sonntag, 12. März 2017

[Rezension] Kim Leopold - Love, kiss, cliff

Verlag: Amrun (Titel: Liliennächte)
Reihe: How to be happy, Band 1 von 3
Seiten: 404
Kauf: Kindle - Taschenbuch 

Inhalt

Ein Nerd mit Schokoladenaugen, ein verletzlicher Draufgänger und ein Musiker mit rauchiger Stimme – wen wird sie lieben, wen küssen und wen über die Klippe stoßen?
An Ablenkung fehlt es Meredith nicht, als sie nach dem Tod ihrer Mutter in die Stadt zieht, die niemals schläft. Zwischen Sonnenaufgängen und Tänzen bei Kerzenschein versucht sie, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn ein totes Mädchen zwischen ihr und ihren Mitbewohnern steht und ihr Dad nach jahrelanger Funkstille versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Wie kann sie da noch an die Liebe denken?


Meine Meinung

Geschichte

Wie unsere Protagonistin nach New York kam ist eine nette, abwechslungsreiche Idee und nicht immer dasselbe. Vor allem war ihr Verhältnis zum Vater super gemacht. Der Einfall der Geschichte wirkt zunächst etwas klischeehaft, doch der Knackpunkt ist es, daraus was besonderes zu schaffen und das hat die Autorin erfolgreich gemeistert.
Ich habe mich in dem Buch wohl gefühlt, ein wenig heimisch. In jeder Szene steckt soviel Liebe und auch Liebe zum Detail. Zunächst war ich ein wenig schockiert, ob sie wirklich eine Dreifachliebe erschaffen möchte, doch zum Glück muss man diese nicht bangen. Alle neuen Bekanntschaften entwickeln sich in andere Richtungen und es ist schön, zu sehen, wie unterschiedlich die Charaktere damit umgehen und einfach komplett natürlich sind.
Das schöne ist, dass in diesem Buch alles so realistisch wirkt. Die Zweifel, die aufkeimenden Ängste, Hoffnungen. Selbst das Ende schenkt uns kein komplettes Happy-End und ich musste mir schon die ein oder andere Träne verkneifen.
Es gab einige Stellen, an denen ich Schmunzeln und auch Lachen musste und Bücher, die mir sowas geben können, liebe ich über alles. Denn das sind Dinge, die nebenbei passieren und nicht versucht werden, zu erzwingen.

Charaktere

In erster Linie ist da unsere Protagonistin Meredith. Sie ist so wunderbar natürlich und hat ihre Meinungen und Geheimnisse. Manchmal findet sie die richtigen Worte und manchmal rast mit ihnen alles den Berg hinab. Wie im richtigen Leben eben.
Schade fand ich es, dass ihre erste weibliche Bekanntschaft Keira sich so verflüchtigt in dem Buch. Sie und Mer haben sich ja auf Anhieb verstanden, doch nie mehr wirklich Kontakt zueinander gehabt. Trotz der Umstände, hätte ich das schön gefunden.
Die Kerle waren natürlich weltklasse. Ein Mix aus dem typisch-faulen Männerklischeebrunnen und den verborgenen, einfühlsamen Seiten.
Also in die Charaktere habe ich mich verliebt. Sie sind alle realistisch und ich fühle mich geborgen bei ihnen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist locker, leicht. Die Autorin beschreibt die Geschehnisse genau, doch niemals zu ausführlich. Der Mix hat mich einfach mitgerissen. Selten habe ich das Gefühl, in einer Geschichte heimisch zu sein. Eine Geschichte, in die man sich selbst so gut hinein versetzen kann. Ich konnte lachen, mir eine Träne verdrücken und auch mal wütend sein. Doch am Ende war das Buch einfach nur beruhigend.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive von Meredith. Die Kapitel waren sehr kurz gehalten und an einigen Stellen gar nicht nötig gewesen, da man von einem ins andere Kapitel in einem Rutsch rübergleiten konnte. Es war kein störender Sprung oder sonstiges zwischen.

Cover & Titel 

Ich liebe das Cover so sehr. Die Farbtöne harmonieren perfekt mit der Stimmung, die in mir aufkommt. Fernweh, Großstadtleben, Sehnsucht. Es ist ein absoluter Eye-Catcher und das ohne die so modernen Gesichter vorne drauf. Bald bekommt es übrigens ein neues Cover, welches noch schöner ist! Schaut mal auf der Seite von der Autorin nach oder direkt beim Amrun-Verlag.
Den Titel finde ich auch sehr schön gewählt. Entscheidend ist dabei das Wort "Cliff". Kuss und Liebe versteht sich von alleine, doch Cliff hat nochmal seine eigene Bedeutung. Ich interpretiere die "Klippe" als den Schatten, über den man springen muss. Etwas neues wagen, sich öffnen. Der neue Titel "Liliennächte" sagt mir im Gegensatz gar nicht so zu.

Zitat


"Wenn ich mal für eine Sekunde innegehalten hätte und nicht nach der bequemsten Lösung gesucht hätte, dann hätten sie ihr vielleicht noch helfen können." 
- Seite 122

Fazit

Ein Buch, was in mir Glücksgefühle auslösen konnte. Ein absolutes Wohlfühl-Buch, welches die Realität nicht aus den Augen verliert und mit dem man Eins sein kann.



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