Mittwoch, 31. Mai 2017

[Rezension] Sarah Nisse - Schmetterlingsblau

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 312
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Wie weiche Flügelteppiche legen sich die Schmetterlinge auf die Wiesen der Normandie. Alain kümmert es nicht, schließlich hat er soeben seine Eltern zu Grabe getragen. Doch dann trifft er Jade. Nur für einen Sekundenbruchteil streifen sich ihre Blicke durch das Hoftor einer alten Villa, dann verschwindet das blasse Mädchen mit den leuchtend blauen Augen wieder und Alain ist sicher, dass er sie nie wiedersehen wird. Denn niemand kennt die Mädchen der Villa Papillon. Niemand im Dorf wagt es, ihr Geheimnis zu lüften. Niemand, bis auf Alain. Doch wird es ihm gelingen, Jade vor ihrem traurigen Schicksal zu bewahren?


Meine Meinung

Geschichte

Eine originelle und definitiv alles andere als alltägliche Idee!
Schon von Anfang an war ich mittendrin. Ich wurde gepackt von diesem wundervollen, einzigartigen Schreibstil.
Sehr schnell bilden sich die ersten Fragen, die einen neugierig auf das Buch machen. Man wird dazu verführt, diese Fragen zu lösen, zu entdecken, was hinter ihnen steckt. Somit war ich verleitet immer weiter und weiter zu lesen.
Doch leider warfen sich mit der Zeit nicht nur inhaltliche Fragen auf, sondern auch logische. So fing ich an mich zu fragen, warum überhaupt noch so viele Schmetterlingsmädchen existieren, wenn sie doch so von der Außenwelt abgeschottet werden und sich schon mit ungefähr 17 in einen Schmetterling verwandeln. Denn für mich klang dieses Schicksal nach einer Genmutation, was ja auch logisch wäre. Doch wann sollten sie schwanger werden? Von wem, wenn nur Mädchen in der Villa Papillon existieren? Oder ist doch alles nur ein Zufall? Das alles wurde mir nicht deutlich genug. All meine Fragen wurden kaum ausreichend beantwortet.
Auch das Ende war eher sehr seicht und bot nur einen minimalen Spannungsbogen. Ab einem gewissen Punkt war es vorhersehbar, wer hinter all den Geheimnissen steckt. Die Lösung für das Schmetterlingsgen jedoch fand ich durchaus logisch.

Charaktere

In erster Linie hat sich die Geschichte auf das Schmetterlingsmädchen Jade und den Ausreißer Alain fokussiert. Die Perspektive wechselte zwischen den beiden hin und her, sodass man von beiden mehr erfahren konnte. Dennoch blieb Alain im Gegensatz zu Jade eher blass.
Jade ist bereits ihr ganzes Leben eingesperrt und genau so hat sie auch reagiert. Sie konnte sich für kleine Dinge begeistern und kannte nicht wundersamer Weise alle Dinge. Es wirkte realistisch.
Eine Person jedoch gab es, die etwas unnötig eingebunden wurde. Sie kam mittig einmal vor und am Ende, doch letzten Endes war diese Person nicht notwendig zum Fortlauf der Geschichte.

Schreibstil & Sichtweise

Oft sage ich, dass ein Schreibstil spannend und packend ist. Doch all diese Schreibstile sind nichts gegen die Magie, die dieser in sich trägt. Obwohl es einige Tiefs im Buch gab, störte mich das nie, denn die Art und Weise, wie das Buch geschrieben war, machte alles wett. Das Buch hätte weder logisch sein müssen, noch irgendeine Geschichte beinhalten... allein der Schreibstil hätte mich magisch angezogen.
Geschrieben wurde das Buch zum größten Teil aus Jades Sicht in der Ich-Perspektive. Auch Alains Sicht wurde in dieser geschildert. Einzig und allein Guy Mason, der zwischendurch erschien, wurde von einem auktorialen Erzähler begleitet.

Cover & Titel

Das Cover ist sehr schön, doch zog es mich nicht so sehr an. Großteils liegt es daran, dass ich Menschen gar nicht so toll finde auf Covern. Doch die Idee mit den Flügeln, die ein Stück Herbstwetter zeigen, ist gelungen. Der Himmel hätte noch in der Farbe Jades sein können, so passt der Ton recht wenig.
Das wird noch einmal deutlich, wenn man den Titel betrachtet. "Schmetterlingsblau." Jades Schmetterling wäre blau, doch kein helles, wie der Himmel zeigt. Bezogen auf den Inhalt passt dieser jedoch gut.

Zitat


"Ich klammerte mich an den Sommer, an das Leben, aber wenn es so unerträglich voll in meinem Kopf wurde wie heute, wünschte ich mir nichts lieber, als mich mit Winter zu betäuben. Winter war wie sterben." 
- Seite 53

Fazit

Eine außergewöhnliche Idee gepaart mit einem magischen Schreibstil. Selten so etwas schönes gelesen. Leider gab es logisch einige Stellen, die mich nicht überzeugen konnten und einiges war vorhersehbar.



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