Freitag, 27. Oktober 2017

[Rezension] Jorge Galán - Mein dunkles Herz

Verlag: Penguin
Reihe: Einzelband
Seiten: 225
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Im Hinterzimmer eines Hauses, das sich langsam mit den Schatten der Vergangenheit füllt, erzählt Magdalena ihrem Enkel die Geschichte ihrer Familie, die Geschichte eines Jahrhunderts. Sie erzählt von dem Fluch, der ihr Leben geprägt hat, und wie sie ihren Mann Vicente, der auf wundersame Weise gezeugt wurde, auf ebenso wundersame Weise kennenlernte. Es ist die Geschichte einer intensiven Liebe, die viele Jahre später an einer großen Tragödie zerbricht – einer Tragödie, die dafür sorgt, dass Magdalenas Enkel der Letzte einer Geschichte ist, die lange vor ihm begann, und dass es an ihm ist, sich aufzumachen, seine eigene Erzählung zu finden.


Meine Meinung

Geschichte

Alles fing an mit dem Klappentext, der mich sofort ansprach. Ich liebe Generationsgeschichten und war sehr gespannt auf die Umsetzung. Durch den Klappentext wusste ich bereits, dass die Großmutter den Enkeln die Geschichte erzählt, doch im Buch wurde das überhaupt nicht klar. Ohne das Wissen, wäre ich erst gegen Ende vage auf die Idee gekommen, dass die Geschichte erzählt wird und nicht gerade während der Lebensphase der handelnden Personen spielt.
Da es eine Generationsgeschichte ist, wird natürlich auch zwischen den Charakteren gesprungen. Dennoch handelt es sich eher um eine einzige Person. Zwar lernt man am Anfang mehrere kennen, doch fehlte mir sehr lange Zeit die Verbindung. Alles wirkte auf mich sehr zufällig. Die Auswahl der Charaktere, die Geschehnisse. Denn auch von dem Fluch bekam ich nicht viel mit. Nach Beendigung des Buches habe ich zwar eine Ahnung, was dieser Fluch sein soll, doch irgendwie hätte ich mehr erwartet.
Ich bin so durch das Buch gependelt, musste mehrfach abbrechen. Es wirkte, als hätte die Geschichte weder Hand noch Fuß. Die Handlungsstränge sind eher durch einen orangen Faden verknüpft. Er ist da, aber auch wieder nicht. Mir ist schlicht und ergreifend die Botschaft des Buches nicht klar geworden.

Charaktere

In erster Linie erfahren wir die Geschichte aus Magdalenas Sicht. Sie ist diejenige, die die Familiengeschichte an ihre Enkel weiter trägt. Sie hat mit Ängsten zu kämpfen, ist aber gleichzeitig eine sehr starke Frau, die sich nicht beirren lässt.
Auch die anderen Charaktere fallen in diese Schiene. Viele haben noch einen fest verwurzelten Glauben, aber alle ein Temperament, was wohl in der Familie liegt.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist relativ gewöhnungsbedürftig. Ich bin kein Fan von Anreden wie "Don", diese kamen jedoch konsistent vor. Zudem sollte man auch damit rechnen, dass Religion keine so kleine Rolle spielt, was mich auch nicht verwundert, schließlich spielt die Geschichte großteils im 20. Jahrhundert. Fesseln konnte mich der Schreibstil jedoch nicht.
Geschrieben wurde das Buch aus den Sichten mehrerer Familienagehöriger, die während des Jahrhunderts gelebt haben, in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover ist wunderschön. Man sieht ein rotes Kleid und im Vordergrund den Papageien. Die Sonne scheint durch. Was dieses mit dem Buchinhalt zu tun hat, weiß ich jedoch nicht. Etwas riskieren? Frei sein? Ich könnte mir nun etwas reininterpretieren.
Auch der Titel sagt nicht allzu viel aus. Hat die Protagonistin ein dunkles Herz durch ihre Erfahrungen? Durch das Erlebte ?

Zitat

"Als sie klein war, hatte ihre Großmutter einmal gesagt, manche Menschen seien taub, weil sie den Klang des Universums hörten, so wie die Muscheln das Meer in ich trügen." 
- Seite 112

Fazit

Eine interessant Idee, an dessen Umsetzung es noch sehr hapert. Ich habe mich im Buch verloren gefühlt, habe den roten Faden nicht verfolgen können und auch der Schreibstil half nicht.



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