Mittwoch, 8. November 2017

[Rezension] Elea Brandt - Opfermond

Verlag: Mantikore
Reihe: Einzelband
Seiten: 437
Kauf Verlag: eBook - Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...



Meine Meinung

Geschichte

Nach langer Zeit mal wieder ein Buch, welches mich richtig aus den Socken gehauen hat. Alles um mich herum konnte ich ausblenden, es gab nur das Buch und mich.
Doch puh, wo fange ich an? Das Setting war grandios. Ich liebe erfundene Städte, vor allem, wenn sie so komplex aufgebaut sind. Mit wenigen Worten konnte die Autorin mir die Stadt bildlich vor Augen erschaffen, so grausam und geheimnisvoll, wie die Geschichte.
Wie man schon auf dem Cover liest, ist das Buch eine Mischung aus Fantasy und Thriller. Somit basiert die Geschichte auf einem Mord, der aufgedeckt werden muss. Dieser ist so detailliert, birgt extrem viele Facetten und kann einen böse in die Irre führen. Bewundernswert war dieser rote Faden. Während des Buches wurde mir immer wieder bewusst, dass die Autorin nichts dem Zufall überlässt. Alles ist perfekt durchdacht und geplant. Jedes Detail holt einen früher oder später wieder ein. Dabei werden dem Leser immer wieder Informationen zugeworfen, aber nie zu viele.
Ein richtiger Pageturner. Mit jedem Detail, welches man erfährt, mehr. Das liegt aber vor allem auch an der düsteren Stimmung. Das Buch ist wohl nichts, für schwache Nerven. Hier wird niemand zimperlich behandelt. Ob Protagonist oder Nebencharakter. Hier schlägt der Realismus zu.
Vor allem das Ende setzt noch einmal einen auf die verdammt hohe Spitze des Spannungsberges. Es ist actionreich, blutig und schockierend.
Selten lese ich ein Buch, indem keine Frage offen bleibt und bei dem ich jedes Geheimnis erst am Ende erfahre und nicht schon vorher auflöse.

Charaktere

Das Buch hat zwei Hauptcharaktere, die nicht so schnell zusammengeführt werden, wie man erwarten mag. Beide sind von Grund auf verschieden.
Varek, der Assassine, lebt ein ansehnliches Leben. Wäre die Ursache dafür nicht ein Schicksal, welches er sich niemals gewünscht hat. Er soll den Mordfall klären und begibt sich dafür in schlimme Gefilde. Ich liebe seine radikale Art und vor allem, dass diesmal ein Erwachsener als Charakter ausgesucht wurde. Kein kleines Mädchen mit speziellen Kräften. Nein, Varek ist durchschnittlich und punktet alleine mit seinem geprägten Charakter.
Auch Idra ist sehr speziell. Als Hure trägt sie ihren Stolz sehr hoch und hat einen sehr egoistischen Charakter. Manchmal konnte sie mich zur Weißglut bringen, aber auch mit ihr wurde ein starker Charakter geschaffen und vor allem Verständnis.
Perfekt war einfach, dass man die Protagonisten hassen und lieben, aber sie nie loslassen konnte. Man muss sie einfach ins Herz schließen, denn ihre charakterlichen Wandlungen sind nachvollziehbar.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil macht das Buch zu einem Pageturner. Er ist sehr bildlich und zensiert nichts. Hart und ehrlich lernt man die Stadt und ihre Grausamkeiten kennen. Dabei werden auch verschiedene Akzente und Ausdrucksweisen berücksichtigt, die einfach zum Buch dazugehören. Obwohl ich kein Fan von grober Sprachweise in Büchern bin, so war sie hier perfekt, passend und wurde eins mit dem Text. Ich kann nur meinen Hut ziehen vor einer so tollen Sprachgabe.
Geschrieben wird das Buch aus der Sicht von dem Assassinen Varek und der Hure Idra in der dritten Person.

Cover & Titel

Eines der tollsten Cover, die ich kenne. Es spiegelt die Geschichte in den Farben und der Symbolik wieder, gibt Hinweise, aber löst nichts auf. Ich liebe den Skarabäus in der Mitte und bin gebannt von dem Mond.
Auch der Titel passt perfekt und verrät noch nicht zuviel. Zudem klingt er der Thematik entsprechend düster.

Zitat

"Wo weder Neid noch Eifersucht herrschten, konnte zumindest noch ein Hauch von Zuneigung entstehen."
- Seite 97

Fazit

Definitiv eines der Top-Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Unglaublich bildhafte und düstere Beschreibungen, eine tolle Genremischung und eine maximal durchgeplante Handlung.




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