Mittwoch, 13. Dezember 2017

[Rezension] Laird Oliver - Das Lied des ewigen Nebels

Verlag: Selfpublish
Reihe: Das Lied des ewigen Nebels, Sammelband 1, Buch 1 & 2
Seiten: 300
Kauf: eBook - Taschenbuch

Inhalt 

Die Welt war vom Nebel bedeckt, nur die höchsten Berge von Eoe ragten aus dem wabernden Leichentuch. Die Menschen hatten sie in Äonen zu ihrer Heimat gemacht und den Felsmassiven hängende Gärten und Plateaus abgerungen, die wie Inseln aus dem weißen Dunst stachen, in dem sich verdrehte Kreaturen und abstoßende Monster verbargen. Jeden Monat wenn sich die beiden Monde Miai und Okine trafen, wallte der Nebel besonders heftig auf, überflutete meine Heimat und spülte die Nebelbestien bis in die Gassen unseres Dorfes Chesoba. Aber als Kommandantin der Wolkenkrieger hatte ich das im Griff, oder besser in der Pfote. Zumindest bis die Kaiserlichen kamen, Rekruten für ihren Krieg gegen die Südländer einzogen und Vater für meine Dummheit sterben würde.

Meine Meinung

Geschichte 

Im Bereich Fantasy sind mir gute, spannende Ein- und Ausstiege wichtig und ich bin froh, dass mir dieses Buch beides bieten konnte. Denn schon von Anfang an, war ich direkt dabei.
Auch merkte ich recht schnell, dass das Buch keine seichte Lektüre wird. Der Autor greift gerne mal zu extremeren Mitteln, um seinem Buch etwas Spannung zu verleihen. Für mich waren das des Öfteren kleine Schockmomente, doch gefällt mir so etwas gut in Büchern. Charaktere immer mit Samthandschuhen anzufassen ist schlicht und ergreifend langweilig und nimmt Spannung weg!
Auch eine Gewöhnungssache waren für mich die Sexszenen, die relativ detailliert beschrieben wurden. Meines Erachtens nach, waren sie nicht Nötig, um das Buch voran zu treiben und hatten auch allgemein nicht viel dort verloren. Trotzdem waren sie gut und flüssig zu lesen und brachten mich nicht ins Stocken.
Viele Geheimnisse werden angebrochen, die oftmals schon kurze Zeit später gelöst werden und einfach offensichtlich sind. Doch viele Geheimnisse bleiben auch bis zum Buchende spannend. Oftmals waren viele Stellen für mich einfach zu voraussehbar, doch vielleicht sollte das auch so sein, da der Fokus auf anderen Dingen lag.
Das letzte Drittel des Buches lies dann das Fantasy-Blut durch meine Venen Pochen. Plötzlich wurde man viel tiefer in die Welt gezogen, als man zu Anfang noch dachte. Spannende Geschichten und Legenden kommen zum Vorschein. Szenen, die einen durchs Buch treiben, die man nicht stoppen mag. Und vor allem kreative Szenen. Nichts, was ich woanders schon einmal gelesen hätte. Das letzte Drittel läutet die Buchreihe mit Pauken und Trompeten ein und macht definitiv Lust auf mehr.

Charaktere

Tabira ist die Protagonistin und zur einen Hälfte eine Katze, zur anderen ein Mensch. Schon ziemlich früh kommt sie mir erschreckend naiv und kindlich vor. Ihre Gedankengänge sind gezeichnet von einer flauschigen Kindheit, jedenfalls wirkt es so. Doch nach und nach filtert sich ihr Sinn für Strategie hinaus. Sie mag vielleicht keine gute Menschenkenntnis haben, doch weiß sie, wie sie sich selbst kontrolliert und auch andere.
Tebosch ist ein Mensch, der in das Reich der Finyan (Halb Mensch/Halb Katze) gerät. Er gefällt mir von allen am Besten, denn er zeigt Biss und Erfahrung.
Als dritte Person haben wir den Prinzen Shimayan. Er bleibt noch etwas unscheinbar, weißt aber auch Spuren von Unerfahrenheit und Naivität auf. Ich bin gespannt, wie er sich entwickeln wird.
Zu guter Letzt gibt es noch die Göttin Inea'Uni, die für eine Göttin doch sehr stark mit den Menschen kooperiert und sie aus ungefähr jeder Lebenslage rettet, wie es ihr passt. Sie plaudert alle Gedanken laut aus und Platz für kryptische Andeutungen gibt es auch nicht. Sie ist ein offenes Buch, obwohl sie wohl eher ein mystischer Charakter hätte sein sollen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist detailliert und nimmt richtig an Fahrt auf. Man kann mit ihm in eine Welt abtauchen, die neu und spannend ist.
Durch "..." an vielen Satzanfängen entsteht ein neuer Leseanreiz, der oftmals verwirrt, aber nach einiger Gewöhnung gut das Buch ergänzt.
Geschrieben wurde das Buch aus vier Perspektiven. In erster Linie waren das Tabira und Tebosch. Doch auch aus Shimayans Sicht wurde geschrieben und der des Kommandanten Darves. Manchmal in Ich-Perspektive, manchmal in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir relativ gut. Ich liebe den detaillierten Hintergrund, der vorweg nichts verrät, denn man aber mehr versteht, wenn man das Buch gelesen hat. Auch Tabira ist gut getroffen, auch wenn mir Menschen auf Covern nicht so zusagen. Zur visuellen Darstellung hilft es aber definitiv.
Auch der Titel passt gut, denn das Ende lässt vieles Offen, was es noch zu erkunden gibt. Unter anderem Geheimnisse und Geschichten über den Nebel.

Zitat

" 'Auf diese Art verbreiten wir keinen Respekt, bestenfalls Angst und Furcht.' 'Furcht ist eine veritable Basis für eine Herrschaft, mein Prinz.' " 
- Seite 42

Fazit

Ein detaillierter und spannender Auftakt der Reihe, der jedoch über eine lange Zeit sehr vorhersehbar ist. Auch die Charaktere sind mir teilweise noch mit zu wenig Tiefe unterwegs. Das Ende lässt einen jedoch nicht mehr los und ich werde definitiv weiterlesen.


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