Freitag, 1. Dezember 2017

[Rezension] Louis, Bohndorf, Stöcken, Weißdorn - Drei Dates mit Santa

Verlag: dp - Digital publishers
Reihe: Einzelband
Seiten: 182
Kauf Amazon: eBook

Inhalt

Die Übernahme des väterlichen Betriebs ist an sich schon eine große Sache, schließlich will man den Schlitten nicht im Schnee versenken. Wenn es sich dann jedoch um den Job von Santa Claus handelt und die Weihnachtsbriefe aus Deutschland unauffindbar sind, wird es wirklich kompliziert. Immerhin möchte CJ, als Weihnachtsmann auf Probe, keine Fehler machen. Da nützt es ihm auch nichts, dass Merry, die Oberelfe der Werkstatt, zum besorgten Kontrollfreak mutiert und Amor ihn als seinen nächsten Klienten ins Visier nimmt. Für die Liebe hat CJ im Vorweihnachtsstress wirklich keine Zeit … und Noelle, die Weihnachten mehr verabscheut als Schneematsch, ist ohnehin die vollkommen Falsche für ihn. Oder?

Meine Meinung

Geschichte

Eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art. Noch zu Beginn habe ich eine seichte Liebesgeschichte erwartet, mit dem weihnachtlichen Flair. Doch was ich stattdessen bekommen habe war eine lustige, turbulente und überhaupt nicht kitschige Story, in der Zeit der Liebe und Vergebung.
Alles fängt an mit der weihnachtshassenden Noelle, die sich alle Mühe gibt, nichts mit W-Angelegenheiten zu tun zu bekommen. Schon zu Beginn gab es dadurch einige Schmunzelmomente, denen ich mich nicht entziehen konnte.
Doch Noelle ist nicht die Einzige. Insgesamt hat man vier Perspektiven und keine büßt das Lesevergnügen ein. Ob der Weihnachtsmann, die Chefelfe oder Amor, alle wollen doch nur ihren Job machen. Doch wenn sich dabei alle in die Quere kommen sorgt das für viel Chaos.
Besonders gefielen mir dabei die Botschaften, die nach und nach den Leser erreichten. Die Erinnerung, worum es um Weihnachten geht. Familie, Freunde. Alles andere als oberflächlich ist der Inhalt, der neben den Lach-Momenten auch für ernste Nachdenk-Momente sorgt.
Die Spannung hält sich in Grenzen, was der Geschichte keinen Abbruch tut. Man weiß schon von Anfang an, wer der Übeltäter ist und verfolgt somit nur das Rätsel, wie alles aufgedeckt wird.

Charaktere

Schwer fiel es mir, mich von diesen tollen Charakteren zu trennen.
Weihnachtsmann, Amor und Elfen. Wer stellt sie sich nicht manchmal vor. In diesem Buch bekommen sie alle eine ausdrucksstarke, facettenreiche Persönlichkeit
Der Weihnachtsmann tritt in die Fußstapfen seines Vaters und kann schon einmal stinkig werden, wenn die tägliche Dosis an Klimmzügen nicht erreicht wird. Muskeln konnten mich noch nie beeindrucken, doch CJ hatte noch viel mehr zu bieten. Mit der typischen männlichen Verwirrtheit versteht er oft nicht, was er falsch gemacht hat. Er ist süß und stark zur selben Zeit, praktisch alles, was Frau sich wünscht. Besonders schön waren seine Macken und seine unbeholfene Wortwahl, die mein Herz für ihn erwärmte.
Die Protagonistin Noelle hasst Weihnachten und setzt alles daran, den Menschen in ihrem Umfeld das zu zeigen. Dabei hat sie auch ihre verletzliche Seite, denn für alle Abneigungen gibt es einen Grund. Ihre taffe, sarkastische Art brachte mich oft zum schmunzeln und lachen und erinnerte mich ein wenig an mich selbst. Vor allem gefiel mir, wie sie sich dagegen werte, dass es den W-Mann wirklich gibt. Ihre perplexen Momente waren himmlisch.
Doch während es zwischen den beiden knistert gibt es ja noch Amor und die Chefelfe. Während die Elfe versucht, den Weihnachtsmann von Liebesangelegenheiten fernzuhalten, damit Weihnachten nicht ins Wasser fällt, versucht Amor dagegen zu halten, um seine 99,8%ige Trefferchance beizubehalten und Urlaub zu bekommen. Auch sie sorgten für viele Lacher und waren einzigartig.
Insgesamt wurden vier durch und durch authentische Charaktere geschaffen, die sich in mein Herz schleichen konnten. Gerne würde ich mehr von ihnen lesen.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben ist das Buch von vier verschiedenen Autorinnen. Merken tut man das allerdings nicht. Alle vier harmonieren perfekt mit ihren Schreibstilen. Jede einzelne traf ihre Rolle perfekt. Ob nun grantig, romantisch oder zänkerisch, es war ein einziger Genuss, diese Geschichte lesen zu dürfen.
Geschrieben wurde das Buch aus der dritten Person von dem Weihnachtsmann, Amor und Noelle geschrieben. Einzig allein die Chefelfe hat eine Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir gut. Obwohl ich Menschen nicht so gerne habe auf dem Cover - auch hier nicht so - finde ich es trotzdem hübsch, da sie im Hintergrund stehen und die weihnachtlichen Dekorationen im Vordergrund stehen. Glocke, Brief und Zuckerstange unter einer gehörigen Portion Schnee. Weihnachtsfeeling vorprogrammiert.
Auch der Titel passt zum Buch und muss nicht mehr groß erläutert werden.

Zitat

"Ein Land, das sich plötzlich entschlossen hatte, nicht mehr mit dem Weihnachtsmann zu kooperieren. Wer tat so etwas?"
- Position 176

Fazit

Eine humorvolle, turbulente und facettenreiche Weihnachtsgeschichte, die mich an sich gefesselt hat, wie ein Kleber. So war auch das Ende des Buches: Wieder davon los zu kommen, tat regelrecht weh.



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